Archive für die ‘Namen und Orte’ Kategorie

Christenberg

25. April 2014

Etwa 15 km nördlich von Marburg liegt im Burgwald, dem er seinen Namen gibt, der Christenberg. Das ca. 4 Ha große Plateau ist im Osten nahezu ebenerdig an die Hochflächen angebunden und fällt auf den anderen drei Seiten steil ab. Es wurde durch einen Holz-Steine-Erde-Wall mit senkrechter Mauerfront gesichert, die sich um das gesamte Plateau zieht. Auf der leicht zugänglichen Ostseite befand sich zusätzlich ein flacher Graben. Zudem wurde etwas später ein etwa 80 bis 120 m vorgelagerter Erdwall mit Holzfront errichtet, der durch eine Lücke Zugang zur Mauer gewährte. Im Südosten der Mauer befand sich ein drei Meter breites Tor, dass mehrfach umgebaut wurde. Die Mauer wurde unterbrochen und mit einer Torgasse nach innen geführt. Die Fundlage lässt darauf schließen, dass die Toranlage zudem als Lagerhaus diente. 


Die dendrochronologische Datierung der verwendeten Hölzer datiert die Gründung der Befestigung in das Jahr 420 BC. Die Funde zeigen, dass der ,,Fürstensitz” ab dieser Zeit 200 Jahrelang dicht besiedelt war. Auf dem gesamten Plateau fanden sich Spuren von Holzbauten. Importgefäße zeigen Verbindungen nach Westdeutschland, Böhmen und nach Istrien.
Die einheimische Gebrauchskeramik hebt sich stilistisch von anderen Kulturäumen innerhalb der Keltike zu dieser Zeit ab. Weiße Winkelbänder und Kreisaugenverzierungen charakterisieren eine Sondergruppe, die Mittel-, Nordhessen und das Siegerland verbindet. Die Bronzefunde dagegen (Dreiknotenringe, Fibeln, etc) zeigen jedoch die Zugehörigkeit zum Latènekulturraum. Zudem fanden sich auf dem Plateau Eisenwaren, Glasperlen und Spinnwirtel. Im zweite vorchristlichen Jahrhundert endete die keltische Besiedelung mit einem planmäßigen Niederbrennen der Mauer.


Im Umland des Christenberges finden sich weitere vorgeschichtliche Denkmäler. Im Nordwesten, ca. 600m entfernt, befindet sich auf dem ca. 1,5 ha großen Plateau der Lützelburg eine hallstattzeitliche Befestigung. Wahrscheinlich die Vorgängerfestung des Christenbergs. 400m nordwestlich befindet sich auf dem Klutzkopf eine frühkeltische Siedlung, die von einem frühmittelalterlichen Grabhügelfeld überlagert ist.
Im Mittelalter hat Bonifatius auf dem Christenberg eine Kirche gegründet und dort getauft. Heute befindet sich eine Kirche auf dem Plateau.

 

 

(Quellen:Die Kelten in Deutschland, Rieckhoff/Biel, 427ff. – Theiss Verlag Stuttgart 2001)

Butzbach

25. April 2014

Hausberg

Der Hausberg wacht am Ostrand des Taunus mit einer Höhe von 486m NN über Butzbach und die Wetterau. Während er sich nach Norden und Nord-Osten leicht abfallend fortsetzt stürzt er von Osten bis zum Westen steil in die Tiefe.
Auf dem Hausberg liegt eine Befestigungsanlage. Diese besteht aus zwei niedrigen Ringwällen. Diese waren nach Typ Altkönig-Preist aufgebaut. Der Zugang zu den Ringwällen erfolgte im unteren Wall durch Tore im Norden und im oberen durch ein 6m breites Tangentialtor im Osten und möglicherweise im Westen. Zusätzlich wurde das Oppidum durch zwei Abschnittswälle an der flachen Hangseite des Berges. Diese waren reine Stein-Erde-Konstruktionen.
Aus älteren Quellen ist ein Wasserreservoir innerhalb der Ringwälle bekannt. Es lag möglicherweise im Norden des zweiten Walles. Es ist heute nicht mehr zu lokalisieren. Unterhalb der Befestigung treten Quellen aus dem Berg.
Die ersten Siedlungsbelege stammen aus der späten Urnenfelderzeit (Ha B 3) allerdings scheint das Oppidum erst in der Latènezeit (Lt B + C) angelegt worden zu sein. Dies belegt die Anhäufung der Keramikfunde aus dieser Epoche. Den Hausberg zeichnet eine große Menge von Mühlsteinfunden aus. Des Weiteren sind Eisengerät, Glasringfragmente, usw. auszeichnend für das Oppidum.

Brüler Berg
Wendet man sich vom Hausberg nach Südwesten so erreicht man nach ca. 1,5km den, mit 424m NN, etwas flacheren Brüler Berg. Er ragt steil über das Isseltal.
Auf seiner Kuppe befindet sich eine frühgeschichtliche Ringwallanlage. Richtung Nord-Osten wird er von einem großen, sich mit 600m Länge von Norden nach Osten ziehenden, Abschnittswall aus der Eisenzeit gesichert.

 

(Quellen: Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990)

Die Burg (Dietzhölztal-Rittershausen)

25. April 2014

In der Nähe des Drei-Länder-Ecks Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz erhebt sich am Südausläufer des Rothaargebirges mit einer Höhe von 516m NN die Burg, bzw. die Lay. Vom Norden bis zum Süd-Westen fällt er steil zum Dietzhölze ab und im Nord-Osten ist er mit dem höheren Eichholzkopf verbunden.
Drei Wälle mit vorgelagerten Spitzgräben sichern die Festung nach Süden und Osten ab, wobei der oberste Wall die Kuppe komplett umschließt. Ebenso möglicherweise der unterste Wall. Im Süd-Osten liegt das einzige Tor der Anlage, erreichbar über einen Pfad, der an einem Wasserreservoir, der sog. Hunstränk vorbeiführt. Die unteren Mauern waren als Holz-Steine-Erde-Konstruktion vom Typ Altkönig-Preist angelegt, während die oberste Mauer offensichtlich eine reine Steinkonstruktion war. Direkt hinter diesem liessen sich auch Innenbauten nachweisen.
Die Burg zeichnet sich durch eine große Fundmenge aus. Der Fundhort beinhaltet Bronzeschmuck (Hals-, Armringe, usw.), Eisenwaffen (Lanzenspitzen, -schuhe, Schwertfragmente, Hiebmesser, etc.), Eisengeräte (Schmiedehämmer, Amboss, Beile, etc.) und Keramik. Außerhalb der Anlage wurde ein Skelettgrab geborgen, das ebenfalls bronzene Beigaben enthielt. Das Fundmaterial lässt sich in die Frühlaténezeit datieren, die Keramik lässt noch eine starke Hallstättische Tradition erkennen.
Die Zerstörung der Lay erfolgte durch einen Großbrand. Dieser muss so verheerend gewesen sein, dass die Anlage nicht wieder aufgebaut wurde.

(Quellen: Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990)

Der Altkönig

25. April 2014

Mit 798 m ist der Altkönig der dritthöchste Berg des Taunus. Er beherrscht weithin sichtbar das Taunusvorland, die südliche Wetterau und die Mainebene.
Zwei Steinwälle umringen die Höhe. Der innere mit einer Länge von ca. 980m der äußere mit fast 1390m. Im Südwesten schließt sich an diesen ein Annex von rund 1 km an, der eine Quelle in die Befestigung mit einbezog. Die beiden Wälle schließen eine Fläche von ca. 15 ha, der Annex von ca 11 ha ein. Grabungen haben ergeben, dass es sich bei den Steinwällen um die Ruinen von Holz-Stein-Mauern handelt. Diese Mauer bestand aus senkrechten Pfosten an der Innen- und Außenseite, die durch waagerechte Balken verbunden wurden. Sie war ca. 4 – 6 m breit und trug eine hölzerne Brustwehr. Da die Grabungen eine der ersten an vorgeschichtlichen Befestigungswerken war, wurde dieser Mauertyp als ,,Altkönig-Preist” bezeichnet. In den äußeren Wall führten zwei Tore die im typischen Tangentialstyl ausgeführt waren. In den inneren Ring führte ein einziges Tor. Diese war eine einfache Unterbrechung der Mauer mit einem hölzernen Torhaus.
Auf Grund des Erhaltungzustandes geht man davon aus, dass die beiden Ringe zu unterschiedlichen Zeiten existierten. Es ist anzunehmen, dass Annex und äußerer Wall aus einer älteren Besiedlungsphase stammen und das Baumaterial für den inneren Ring lieferten. Auch die unterschiedliche Breite der Wälle ( Innen: 6,5 m; außen: 4m ) lässt diesen Schluss zu.
Eine Datierung der Besiedlung ist zur Zeit nur eingeschränkt möglich. Es liegen lediglich Funde vor, die 1882/83 ergraben wurden. Diese deuten darauf hin, dass die Anlage in Frühlatènezeit, ca. 400 BC, zu datieren ist. Funde der Spätlatène- und Römischen Kaiserzeit fehlen völlig. Die Befestigung hat zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr existiert. Man kann annehmen, dass es sich um einen Fürstensitz, wie ander Befestigungen der Frühlatènezeit, handelt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Bergheiligtum eingeschlossen war.
Auf Grund der Witterungsverhältnisse und der schlechten Versorgungslage auf dem Berg ist davon aus zu gehen, dass die Befestigungen des Altkönig nicht lange bestand hatten.


(Quellen:
Die Kelten in Deutschland, Rieckhoff/Biel, 410f. – Theiss Verlag Stuttgart 2001
Die Stadtmauern von Preist, Manching und Bibracte – konnten sie abbrennen?, Prof. M. Schönherr, www.net-art.de/mech, Juni 2002)