Archive für Mai, 2012 | monatliche Archiv Seite

Wissenschaftliche Quellen – Eisenzeit

13. Mai 2012

Diese Seite bietet einen Überblick über Seiten und Ressourcen die sich mit der Erforschung der Eisenzeit beschäftigen.

Über Informationen zu neuen Quellen und Änderungen bei den hier aufgeführten freue ich mich.

Historische Darsteller – Römer/andere Antike Völker

13. Mai 2012

Diese Seite bietet einen Überblick über Gruppen und Personen, die im Rahmen historischer Darstellung das Leben antiker mediterraner Völker darstellen.

Über Informationen zu neue Gruppen und Änderungen bei den hier aufgeführten freue ich mich.

Historische Darsteller – Kelten/Germanen

13. Mai 2012

Diese Seite bietet einen Überblick über Gruppen und Personen, die im Rahmen historischer Darstellung das Leben in der Eisenzeit darstellen.

Über Informationen zu neue Gruppen und Änderungen bei den hier aufgeführten freue ich mich.

Usipeter

13. Mai 2012

Die Usipeter siedelten am Unterlauf der Sieg und sind die Nachbarn der Chatten.

Im Jahre 58 v. Chr. wurden sie aus ihrem Oberhessischen Siedlungsgebiet vertrieben. Sie schlossen sich mit den Tencterern zusammen und versuchten um 55 v. Chr. nach Westen vorzustossen. Caesar besigte sie bei ihrem Versuch den Rhein bei Koblenz zu überschreiten verheerend.

Die Usipeter galten als erbitterte Feinde Roms.

Zur Zeit der Völkerwanderungen gingen sie in den Franken auf.

Ubier

13. Mai 2012

Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Ubier war der Bereich zwischen Main,Taunus und Lahn. Die fruchtbaren Täler des Rhein-Maingebietes und der Wetterau besiedelten sie und betrieben Ackerbau.

Die erste schriftliche Erwähnung finden die Ubier in Caesar’s Bellum Gallico. Er bezeichnet sie als Germanen mit engen kulturellen Beziehungen zu den Kelten. Die Ubier baten um 55 v.Chr. um Schutz vor den vordrängende Sueben, denen sie laut Caesar tributpflichtig waren und wurden zu Freunden Roms ernannt. Im Zuge dieses Expansiondruckes wurde die Ubier nach Westen an das Ostufer des Rheins gedrängt. Nach dem Aufstand der Trever unterwarfen sie sich Rom. Durch Agrippas wurde sie auf das Westufer umgesiedelt. (38 oder 19 v.Chr.)

Etwa zur gleichen Zeit verschwinden die keltischen Münzen mit dem Motiv des “tanzenden Männleins” im Lahntal um den Dünsberg und tauchen im Rheintal auf. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Ubier den Dünsberg besiedelten.

Die Ubier galten als Stamm, der den Römern schon früh freundschaftlich gesinnt war. Durch Handel mit Römern und Germanen entwickelte sich früh eine keltisch-germanisch-römische Mischkultur.

Die bekanntesten Städte, die auf Siedlungen der Ubier beruhen sind Novaesium (Neuss), Bonna (Bonn) und Oppidum Ubiorum das durch die Römer zum Hauptort erhoben wurde, später zur Veteranenkolonie gemacht und “Colonia Claudia Ara Agrippinensium” genannt wurde. Wir kennen es heute als Köln.

Tencterer

13. Mai 2012

Die Tencterer siedelten ebenfalls in Oberhessen und schlossen sich mit den Usipetern zusammen um dem Druck der ostgermanischen Stämme zu entfliehen.

Die Tencterer galten als Reitervolk. Ihre geschulte Reiterei war gefürchtet und angesehen. Die Alten vererbten ihre Pferde an ihre Söhne. Doch diese nicht an den Erstgeborenen, der Besitz und Gesinde erbte, sondern an den Tapfersten.

Mattiacer

13. Mai 2012

Um 50 n.Chr. erwähnt ein römischer Schreiber die Aquae Mattiacorum am Main, das heutige Wiesbaden. Es handelt sich um Heilquellen die schon zur Eisenzeit bekannt waren. Die ersten römischen Funde stammen aus dem Jahr 5 n.Chr. Übersetzt heißt der Name: Wasser der Mattiacer.

Die Mattiacer sind ein Stamm der den Batavern sehr ähnlich war. Sie gelten als Unterstamm der Chatten. Ihr Siedlungsgebiet lag zwischen Rhein, Main und Taunus. Sie waren den Römern freundschaftlich gesinnt und mussten, als Pufferstamm zu Germanien und als Schutztruppen für Mogantiacum (Mainz), keine Tribute zahlen.

Möglicherweise wurden sie von den Römern hier angesiedelt. Eine andere Theorie besagt, dass sie möglicherweise die Bewohner von Mattium waren, dem ehemaligen Hauptort der Chatten, der von Germanicus 15 n.Chr. zerstört wurde.

Helvetier

13. Mai 2012

Die Helvetier sind einer der bekanntesten keltischen Stämme überhaupt. Bekannt geworden sind sie als der Stamm, der Caesar den Vorwand gab, Truppen nach Gallien zu entsenden: 58 v. Chr. drängten die Helvetier in die Gallia Narbonensis um sich in Südwestgallien anzusiedeln. Caesar sah dies als Angriff und entsandt seine Truppen um die Helvetier bei Bibracte zu schlagen und sie in ihr Siedlungsgebiet im Schweizer Mittelland zurück zu treiben.

Hier sind sie im 1. Jhdt. v. Chr. aus dem Bereich zwischen Rhein, Main und dem Herkynischen Wald eingewandert. Der Salzabbau in Bad Nauheim und der Fürstensitz am Glauberg könnten Helvetischen Ursprungs sein.

“Tacitus / De origine et situ Germanorum liber / II. Hälfte”
“…28. …So hausten zwischen dem herkynischen Walde, dem Rhein und dem Main die Helvetier und weiter ostwärts die Bojer, beides gallische Stämme. …”

Den Römern waren sie bereits durch den Teutonensturm auf Rom 102 v. Chr., an dem sie teilnahmen, bekannt.

Caesar berichtet über die Helvetier, dass sie die übrigen Gallier an Tapferkeit übertrafen, da sie sich in fast täglichen Kämpfen mit den Germanen messen mussten um diese von ihrem Gebiet fernhalten zu können oder in deren Gebiet Krieg führten.

Der Name der Helvetier geht möglicherweise auf die keltischen Begriffe für “viel” und “Land” zurück und könnte daher “Landreiche” bedeuten.

Chatten

13. Mai 2012

Den größten Teil Nordhessens besiedelten die Chatten. Sie sind es die den Hessen den Namen gaben. Sie gelten als germanischer Stamm. Ihr Siedlungsraum waren die Mittelgebirge bis nach Niederdeutschland. Ihr Hauptort war Mattium, das im Jahr 15 von Germanicus auf seinem Rachefeldzug zerstört wurde.

Die Chatten waren ein Fussvolk und beherrschten die Kunst der Kriegsführung zu Fuss. Laut Tacitus besitzen sie einen geordneten Militärapparat und ein strategisches Geschick. “..Andere Völker sieht man in die Schlacht ziehen die (C)Hatten in den Krieg. …” Das Aussehen der Chatten entspricht dem der Spät-Latènezeitlichen Kelten. Sie trugen große Langschilde und ihre Primärwaffe war die Lanze. Grund hierfür ist wahrscheinlich der Kontakt und die Vermischung mit der keltischen Bevölkerung in der südlichen Hälfte Hessens.

Ein Zeichen der Chatten soll es gewesen sein, dass sie ihr Haupthaar und ihre Bärte wachsen liessen, bis sie den ersten Feind getötet hatten. Dann entledigten sie sich ihres Bartwuchses. Andere Chatten behielten diese Aussehen bis in das hohe Alter. Außerdem trugen sie einen eisernen Halsring, ähnlich den keltischen Torques, wie eine Fessel, von der sie nur der Tot erlösen konnte.
Sie gingen ebenfalls im Volk der Franken auf.

Boier

13. Mai 2012

Der Stamm der Boier (Boii,Bojer) ist einer der Stämme, die schon früh das Gefüge Mitteleuropas verschoben.

Ursprünglich im Bereich zwischen Rhein, Main und den Mittelgebirgen angesiedelt, teilten sie sich um 500 v.Chr. Ein Stammesteil zog gen Süden nach Norditalien. Sie verdrängten die dort siedelnden Umbrer und Etrusker und machten die Etruskische Siedlung Felsina zu ihrem Hauptort Bononia (heute Bologna). Im Jahre 193 v.Chr. wurden sie romanisiert oder wanden sich zum Teil zu ihren Verwandten in Böhmen zu.

Der andere Stammesteil verließ seine Heimat in Richtung Osten. Dort besiedelten sie Böhmen, das heute noch ihren Namen trägt. Im 1.Jhdt. v.Chr. gerieten sie unter zunehmenden Druck durch Markomannische und Dakische Stämme und wanderten in das Noricum und nach Pannonien. Die verbliebenen Kelten gingen in den Dakern und Markomannen auf. Ein Teil der Auswanderer schloss sich 58 v.Chr. dem Marsch der Helvetier an und drängte mit ihnen in die Gallia Narbonensis.

Der Name der Boier wird etymologisch auf “Schläger -> Krieger” zurückgeführt.
Belegt sind die Namen Boiorix (“König der Boier”) und Boiodurum (antiker Name von Passau).