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Bad Nauheim

25. April 2014

Zu Füßen des Taunus in der Wetterau an den Ufern der Usa liegt Bad Nauheim. Heute eine Kurstadt mit internationalem Charakter. Diesen verdankt sie der Heilwirkung des Solewassers, welches in vorgeschichtlicher Zeit Reichtum und Macht bedeuteten. Im Westen Nauheims liegt der Johannisberg.
Die Besiedlung der Usaau beginn schon im Neolitikum. Erste Siedlungen sind aus der Michelsbergerkultur belegt (ca. 2200 v. Chr.)
Mit der Bronzezeit beginnt der Aufstieg des Gebietes. In einem Grab der Urnenfelderzeit (1200 – 750 v.Chr.) wurden kostbare Bronzen und Keramik gefunden. Dieses Grab gilt als eines der reichsten der mittleren Urnenfelderzeit. Aus dieser Zeit sind weitere, weniger reich ausgestattete, Gräber belegt. Der Johannisberg war in diesen Zeiten ebenfalls besiedelt.
Am Ende der Hallstattzeit und zu Beginn der Latènezeit (Ha D/LT A) beginnt die Blütezeit der Region. Sie entwickelt sich zu dem beherrschenden Salzlager Mittelhessens. Der Johannisberg wird mit einem 180m langen Wall mit vorgelagertem Graben befestigt.
In der Spätlatènezeit hat die Söderindustrie ihren Höhepunkt erreicht. Dies bezeugt die Masse der Funde aus der LT D-Zeit.
Im heutigen Stadtgebiet liegen zwei Salinen. Die Südsaline hat eine Größe von ca. 140 x 80 m. Etwas westlich von ihr liegt eine etwas ältere Salineneinheit.Auf dem Gelände der Südsaline befand sich auch eine Södersiedlung.
Die Salzgewinnung erfolgte nach folgendem Verfahren:
Die Salzsole wurde durch Lehmrinnen in größe Gradierbecken aus Lehm und Holz geleitet und dort das Salz im Warmgradierverfahren gewonnen.
( Bsp. eines Gradierofens – Quelle: Wandern-Bad-Nauheim.de)
Die so entstandenen Salzkuchen wurden dann exportiert.
Die zur Nordsaline gehörende Siedlung erstreckt sich an den Ufern der Usa. Zahlreiche Metall- und Keramikfunde zeichnen die größte spätlatènezeitliche Siedlung Hessens aus. Das Fundgut entspricht dem eines Oppidums und belegt den Reichtum dieser Siedlung. Unterstrichen wird dies durch einen, 47 Silberquinare beinhaltende, Münzschatzfund.
Ebenfalls in Bad Nauheim liegt das ,155 Gräber umfassende, größte Gräberfeld Hessens der LT D-Zeit. Bei diesen Gräbern handelt es sich um Brandbestattungen (Schüsselgräber). In den Männergräbern wurden Waffen (Lanzenspitzen, Beile, Schildbuckel von Rundschilden, Messer, etc.) Fibeln (teilweise bis zu 10 Stück) Glasperlen und Tonwirtel gefunden. Die Frauengräber waren mit Schmuck (Fibeln, Gürtelketten, Glasperlen und Glasarmreifen, Knochenanhängern, usw.) sowie Messern und Tonwirteln ausgestattet.
Typisch für die LT D1-Zeit ist die sog. Nauheimer-Fibel die nach diesem Fundort benannt wurde.
Wenige Funde deuten daraufhin, dass die Söderei noch in Germanischer Zeit, wahrscheinlich unter Römischer Herrschaft weitergeführt wurde. Allerdings verliert sie ihre regionale Bedeutung.
Im 7. Jhdt. nehmen die Franken die Salzsiederei wieder auf. Im 9. Jhdt. wird das Söderdorf Niwiheim erstmalig schriftlich erwähnt. Ab dieser Zeit wird die Salzgewinnung ausgebaut und im 18. Jhdt. das erste Solebad gegründet.


(Quellen:

Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990
Homepage der Stadt Bad Nauheim)

Die Wetter / Wetterau

25. April 2014

Die Wetterau ist die fruchtbare Senke zwischen Taunus und Vogelsberg. Ihren Namen hat sie von dem Fluß Wetter. Die Wetter entspringt im Vogelsberg und mündet in die Nidda. Im Jahre 767 wird die Wetteraiba erstmals schriftlich erwähnt; der Fluß Wetteraha 772.
Der Name Wetter geht auf das indogerm “uedhor” zurück das “Wasser” bedeutet.
Aus ihm haben sich die Begriffe “Undati” (Alt-Sanskrit), “Voda” (slavisch), “Vatten” (Schwedisch), “Wazzar(Alt-Hoch-Dt.), “Wather” (Alt-Hoch-Engl.), usw. entwickelt. An “uedhor” wurde noch die Endung -aha,-ach oder -ara angefügt, die bei einigen indoeurop. Flußnamen überliefert ist.
Die Endung -aiba geht auf “aiÆ´bô” zurück. Dies bedeutet “Land,Siedlungsgebiet”.
Die Wetterau ist also das Wohnland an der Wetter.
Zum anderen gilt die Wetterau auch als ein Zentrum der Deutschen Mineralbrunnenindustrie. (15% der in D geförderten Wasser stammen aus der Wetterau) Geht man davon aus, dass diese Brunnen bereits in frühgeschichtlicher Zeit bekannt waren so könnte die “Uedhoreiba” auch das “Land des Wassers” gewesen sein. (Anmk. d. Verfassers)

(Quellen:
Trier, Jost – Versuch über Flußnamen. Köln 1960
Krahe, Hans – Unsere ältesten Flußnamen. Wiesbaden 1964)

Die Werra

25. April 2014

Im Thüringer Wald entspringt ein Fluss der nie das Meer erreicht: die Werra.
Ihr Bett schlängelt sich über 298 km zwischen Thüringer Wald und Rhön entlang und vereinigt sich bei Hannoversch-Münden mit der Fulda zur Weser.
Früher wurden die Weser und die Werra als ein Fluß gesehen. Deshalb haben sie auch den gleichen Namensursprung. Die Römer bezeichnet den Fluss als “Visurgis”. Dies ist möglicherweise die lateinische Form von “Wiesenfluss” (wisur + aqua), den so wird die Werra übersetzt. Eine ältere Namensform ist uns nicht überliefert. Möglich wäre es, dass der Fluss bei der regionalen Bevölkerung Wisara, Wisura, Wisera oder Wisuraha. Diese Namen sind aus dem Frühmittelalter überliefert.
Später kam es zu einer Lautverschiebung im Oberdeutschen. Der Oberlauf behielt den Namen Wirraha/Werra, während der Unterlauf als Wirraha/Wisuraha bezeichnet wurde. Hieraus entstand möglicherweise die Weser.

(Quellen:
Keller – Weser und Ems, ihre Stromgebiete und ihre wichtigsten Nebenflüsse
Krahe, Hans – Unsere ältesten Flußnamen. Wiesbaden 1964)

Die Nidda

25. April 2014

Tacitus erwähnt in seinen Analen den Stamm der Nidenses die zwischen Nidda und Main siedelten. Erstmalig als Ortsbezeichnung erwähnt wird der Name der Nidda im 1. Jhd. An der Stelle des heutigen Frankfurt-Heddernheim gründeten die Römer am Ufer das Kastell Nida.
Der Name “Nida” taucht als Flußname in ganz Europa auf:
“Nida” in Polen,”Nied” in Litauen, “Nedd” in Brittanien(engl:neath),”Neth” in Cornwall, “Nied” in Lorraine. (Pokorny,1959, I: 761)
Desweiteren ist ein iro-keltischer Gott namens “Nuada (Neto, Neton, Net, Nodens, Neit, Noadat deo Mar) bekannt. Er bedeutet ,,der Schützende” und wird mit Teutates verglichen.
Im Lateinischen gibt es den Begriff “nitere” – “scheinend,leuchtend”. Daraus leitet sich das Alt-Französische “net” –> Anglo-Fra. “neit” –> Modern-Engl. “nice” –> Hoch-Deutsch “nett” ab.
So könnte die Nidda vielleicht auch ,,die Scheinende”oder ,,die Leuchtende” sein.

Der Main

25. April 2014

Als im Jahre 38 v. Chr. die Römer gegen die nördlichen Barbaren zogen, gründeten sie am Zusammenfluß des Renus und Moenus die Stadt Moguntiacum. Entlang des Moenus entstanden weitere Lager und Kastelle.
Heute kennen wir die Flüsse als Rhein und Main, Moguntiacum als Mainz.
Den Namen Moenus haben die Römer höchtswahrscheinlich von den dort siedelnden Kelten übernommen, die ihn Moin nannten.
Für den Ursprung des Namens Moin gibt es mehrere Erklärungen.
Zum einen ist er sprachlich ähnlich dem lettischen Maina oder dem litauischen Maiva, was in etwa Sumpf bedeutet.

Eine andere Thorie ist, das er seinen Nahmen von einem zaunartigen Fischfanggerät hat, da Moin auf einen Zaunsinn hinweißt.(Z.B. lat. moenia = Stadtmauer)

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Name von den verschiedenen Völkern die hier siedelten in ihren eigenen Sprachen verändert.
Die Kimbern (um 100 n.Chr.) nannten ihn Moine. Im 12 Jhd. wird er in Urkunden Mogonus genannt. Bekannt ist er auch als Moyna, Mogus oder Magon.
Seit dem 14. Jhd. wird er als Main bezeichnet.

(Quellen:
Trier, Jost – Versuch über Flußnamen. Köln 1960
Krahe, Hans – Unsere ältesten Flußnamen. Wiesbaden 1964)

Die Lahn

25. April 2014

Aus dem 6. Jhd. ist der Name der Lahn als Laugana/Logana bekannt.
Die Endung -ana deutet auf den keltischen Ursprung dieser Namen hin.
Über die Bedeutung der Silbe Log/Laug gibt es mehrere Theorien:
Aufgrund der Ähnlichkeit zu lug-, log-, leg-, lig-, lag- und deren geographischen Verbreitung könnten sie “Sumpf” bedeuten wie z.B. die “Lauga” in Württemberg, der Logelbach im Elsass, die “Logsen” am Bodensee, oder der “Lugeon” bei Triest.
Das würde bedeute, das der Name der Lahn an nicht mehr vorhandene Sumpfgebiete erinnert.

Eine weitere Möglichkeit wäre der Bezug zum indogermanischen “leg”, das tröpfeln, sickern, langsam rinnen bedeutet. Die Lahn wäre demnach die Langsam-fließende. Wenn man sich die Lahn betrachtet, könnte man diesen Bezug durchaus nachvollziehen.

Eher unwahrscheinlich ist, das der Name der Lahn auf den Gott Lugh zurückzuführen ist, da die Flussgottheiten in der Regel weiblich waren.

Der keltische Stamm der Ubier besiedelte das Lahntal bis zu seiner Umsiedlung an den Rhein.

Die Milseburg (Rhön)

25. April 2014

Von der Bieber im Süden und Westen umflossen erhebt sich östlich von Fulda die Milseburg als höchste Kuppe der westlichen Kuppenröhn 130m über das Umland auf eine Gesamthöhe von 835m.
Außer im Nordwesten, bilden Steilhänge an allen Seiten eine uneinnehmbare Naturfestung.
Am Fuss der Kuppe zieht sich ein Steinwall mit 1,3 km Länge von der Nord- zur Südseite der einen Flächeninhalt von 32,5 Ha Flächeninhalt besitzt.Der Geisstein, ein 5m hoher Felsblock, der in der Mitte der Ostseite liegt, ist in die Befestigung eingebunden. Im Norden und Süden läuft der Wall im Berggestein aus. Drei Tore ermöglichen den Zugang durch den Wall. Die beiden Tore im Norden und Süde waren lediglich Lücken im Wall während das Osttor aus zwei sich überlappenden Mauerenden bestand, die eine ca. 25m lange Torgasse bildeten. Annexwälle, die vom Südtor ausgingen bezogen weitere Flächen in das Wallsystem mit ein. Die Bauart der ersten Befestigungslinie der Milseburg war eine 4m breite Pfostenschlitzmauer vom Typ Altkönig-Preist.
Die zweite Befestigungsanlage verläuft am Rande des 450m langen und 275m breiten terassenförmigen Plateaus. Durch die natürlichen Gegebenheiten benötigt es nur wenige künstliche Verstärkungen: im Süden befinden sich Blockhalden, im Westen Steilwände, im Norden der Kälberhutstein und im Osten die kleine Milseburg. Diese werden durch einen 50m langen Wall verbunden. Der einzige leicht zugängliche Weg führt im Nordwesten zur Kuppe hinauf. Ein 20mlanger Wall bildet hier einen Schutz gegen das wegbegleitende Vorland. Vom Norwesten gen Süden zieht sich eine weitere Befestigung an der Kante entlang.
Nördlich, unterhalb der höchsten Erhebung zieht sich ein weitere 100m langer Wall entlang, dem keine Verteidigungsfunktion zugewiesen werden kann. Möglicherweise trennt er einen sakralen Bezirk vom Rest des Oppidums ab.
Die Versorgung des Oppidums erfolgte durch mehrere Quellen. Der Gangolfsborn versorgte die innere Befestigung. Am Fuss des Berges befinden sich zwei Quellen im Nord- und Südosten innerhalb der ersten Befestigungsanlage. Eine weiter Quelle außerhalb der Anlage ist durch zwei bogenförmige Wälle mit je 65 und 85m Länge gesichert.
Siedlungsspuren wurden vorallem in der Nähe der Quellen gefunden. In Nähe der Nordöstlichen Quelle befinden sich 30 kreisförmige ,,Wohnpodien”. Sie sind zwischen 3,5 bis 5m groß und mit Seinen umgrenzt. Im Nordosten und um die Quelle bilden zwei Mauern einen weiteren Schutz der Siedlung. Im südlichen Bereich finden sich weiter Podien. und deuten auf eine breite Besiedelung hin. Die Funde aus diesen Siedlungen werden auf die La-Tène-Zeit hin.
Südlich des Kälberhutsteins finden sich zusätzlich zu den Kreispodien noch Mauerreste verschiedener rechteckiger Gebäude. Darunter die Fundamente von 20m langen und 7m breiten mehrräumigen Gebäuden, die allerdings mittelalterlichen Ursprunges sind.
Die Milseburg wurde bisher archäologisch kaum untersucht, es handelte sich bisher nur um Suchschnitte. Die wenigen Funde deuten darauf hin, dass die Hauptbesiedelungszeit von der Spät-Hallstatt-Zeit (6./5. Jhdt. v. Chr.) bis in die Spät-La-Téne-Zeit (1. Jhdt. v. Chr ) lag. Einige Funde deuten daraufhin, dass bereits um 2500 bis 1800 v. Chr. Siedelungen auf der Milseburg gelegen waren.
Die letzte Besiedelung ist die mittelalterliche ,,Milseburg”. Eine kleine Turmburg auf Liedenküppel, der der Milseburg im Nordwesten vorgelagert ist. Sie war vom 11. bis ins 13. Jhdt. bemannt.

(Quellen:
Die Milseburg in der Röhn – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 50,
Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1985)

Heidetränke-Oppidum

25. April 2014

Auf den ersten Erhebungen des Taunus thront das Heidetränke-Oppidum wie eine Schutzburg über die Frankfurter Innenstadt, nur 16km nordwestlich von ihr gelegen. Die Anlage liegt auf den Bergkuppen Altenhöfe und Goldgrube, durchschnitten vom Tal des Heidetränkebaches. Das Oppidum entstand aus ursprünglich zwei, auf den Kuppen befindlichen Wehranlagen, die in der Früheisenzeit errichtet wurden. In einem Zeitraum von ca. 300 Jahren bis um das Jahr Null fand eine weitere Besiedelung und eine Ausdehnung der Wehranlagen statt. Eine 10km lange umfassende Befestigungsmauer wurde um die Zwillingskuppe gezogen, die den Taleinschnitt in die Befestigung einbezog und dadurch eine Fläche von 130 ha umgibt und dabei Höhenunterschiede von bis zu 230m überwindet. Der Zugang erfolgte durch sechs Zangentore. Die Befestigungen der Altenhöfe-Kuppel waren hauptsächlich Wälle aus einer Stein-Holz-Konstruktion, bis auf den unteren Bereich des nördlichen Umfassungswall den ein Erdwall mit vorgelagertem Graben bildet. Auf der Goldgrube fand sich diese Konstruktion nur an der Nordwestecke der Kernanlage. Die Befestigungsanlage der Goldgrube bestand aus Erdhügeln mit Steinbeimischung und Steinfronten. Die Wälle haben, in ihrer heutigen Form, Breiten von 4,5 bis 15m und sind bis 2,50m hoch; die Gräben sind 4,5 bis 12m breit und teilweise 2,30m tief. Man geht davon aus, das die Mauern ursprünglich 4 – 5m dick waren. Ca. 160 ovale Podien mit 10 x 8m, Pfostenlöcher, Keramikscherben, Feuerstellen und Bruchstücke von Mühlsteinen auf einer Fläche von 2km² deuten auf Häuser innerhalb der Anlage hin, die an den Hängen platziert waren. Im Nordosten der Stadtanlage wurde ein Brandgräberfeld entdeckt.

(Quellen:
Das keltische Heidetränke Oppidum bei Oberursel im Taunus – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 10,
Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1993
Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990)

Glauberg

25. April 2014

Oppidum
Am Ostrand der Wetterau, mit einer Höhe von 276m die südliche Wetterau bis in die Untermainebene und an den Taunus, bei gutem Wetter kann man bis zum Oppidum Altkönig blicken, beherrschend, liegt der Glauberg, dessen Besiedlungsgeschichte von der Jungsteinzeit (5./4. Jtsd. v Chr.) bis ins Hochmittelalter (13. Jhdt.) reicht.
Auf dem Glauberg befindet sich ein fast ebenes Plateau mit einer Länge von ca. 900m und einer Breite von 80-200m. Eine Quelle wurde zur Bronzezeit befestigt und in einen Weiher gewandelt. Die ersten Befestigungen können für die jüngere Urnenfelderzeit nachgewiesen werden. Der Verlauf dieses Ringabschlusswalles, mit einer Länge von 650m, wurde von allen späteren Besiedelungen beibehalten. Der Ostteil des Plateaus blieb außerhalb der Befestigung, da es hier seinen höchsten Punkt erreicht und die Hänge steiler werden. An diese Stelle legt sich die Befestigung aus einer massiven Trockenmauer mit einer Länge von 600m und einer Breite von 2,50m. Das Material wurde dem Gelände hinter dem Wall entnommen wodurch ein Materialgraben entstand.
In der Späthallstatt- und Frühlatènezeit, ca. 6./5. Jhdt. v. Chr.; erhielt die Höhe ihre stärkste Befestigung. Zu dieser Zeit wurde eine Holz-Steine-Erde-Mauer errichtet und an der leicht einzunehmenden NO-Seite ein doppeltes Wall-Graben-System vorgelagert Eine der Befestigungsmauern wurde wahrscheinlich aus Lehmziegeln errichtet, ähnlich der Mauer der Heuneburg.
Im Norden und Westen ziehen sich Annexwälle den Hang, die wahrscheinlich in der Spätlatènezeit um das 2. Jhdt. v. Chr., hinunter und schliessen die “Welschlache”, ein riesiges Wasserreservoir mit einer Größe von 150 x 50m, ein. Es lässt sich vermuten, dass sich eine zweite Befestigungslinie um den Glauberg zog, da die Annexwälle an seinem Fusse enden.
Den Hauptzugang zum Berg bildete ein Tangentialtor, die Stockheimer Pforte. Drei weitere Tore ermöglichten zu unterschiedlichen Zeiten den Zugang zum Plateau.
Der Glauberg lag zur Römischen Kaiserzeit ausserhalb des Limes.
Im 4./5. Jhdt. wurde auf dem Plateau eine Allamanische Gauburg, im 7./8. Jhdt. eine Fränkische Reichsburg errichtet. Im Mittelalter fand eine Besiedlung des gesamten Plateaus statt die in den Jahren 1247/48 zur Reichsburg führten und deren Fundamente heute noch zu sehen sind. In diesen Zeiten wurden weiter Wälle und Befestigungen errichtet.

 

 

Heiligtum
Im Süden und Südwesten befinden sich ein teilweise umhegtes, durch Wall-Graben-Werken mit riesigen Ausmaßen: 20m breite und 5m hohe Wälle, 15 – 20m breite Gräben, markiertes, ca. 1,5 km² großes Gelände. Im Süden zieht sich eine Anlage mit Unterbrechungen vom Nordhang des Enzheimer Köpfchens etwa 700m wit nach Norden hin. An der Ostseite zieht sich eine Befestigung etwa 1,6 km hin. Etwa in mitte der Südseite des G. biegen sie nach Nordwesten und bilden eine ca. 10m breite Lücke, den Anfang der ca. 350m langen Prozessionsstraße zum Fürstengrabhügel 1. Dieser ist der kultische Mittelpunkt der monumentale Anlage. Er liegt ca. 300m von der Befestigung des Berges entfernt. Sein Durchmesser betrug 48m und seine Höhe 6m. Er ist heute wiederhergestellt. Ein durchschnittlich 10m breiter, 2,2 bis 3,8m tiefer Graben mit einem Durchmesser von 68m umgibt ihn. Im Hügel fanden sich zwei hölzerne Gräbkammern. In diesen wurden die Bestattungen von zwei Männern mit Grabbeigaben gefunden.

Im Südosten der Anlage bafindet sich ein 2. Grabhügel, auf einer Kuppe etwa 240m vom Grabhügel 1 entfernt. Er hat einen Durchmesser von ca. 24m und ist ebenfalls von einem Graben umgeben. Im Zentrum befand sich die Grabkammer eines Kriegers.
Die beiden Grabhügel lassen sich in die Frühlatène Zeit in das 5. Jhdt. v. Chr. datieren
Innerhalb des Geländes finden sich noch weitere Grabenvierecke die möglicherweise keltische Tempel waren.

(Quellen:
Archäologische Ausflüge in der Wetterau – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 84, Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1993
Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990
Das Rätsel der Kelten vom Glauberg – Theiss Verlag Stuttgart 2002)

Dünsberg

25. April 2014

Nordwestlich von Gießen, im Gladenbacher Bergland, einem Ausläufer des Westerwaldes, erhebt sich der Dünsberg mit einer Höhe von 500m NN über das Lahntal.
Drei Ringwälle, deren äußerster eine Gesamtfläche von 90 ha umschließt und deren eindrucksvollster eine bis zu 10m hohe Außenböschung aufweist, geben Zeugnis von der Wichtigkeit dieses zentralen Punktes für die Siedlungsgeschichte.
Die Datierung der ersten Mauerkonstruktionen beginnen im 8. Jhd. v. Chr., der späten Bronzezeit über die spätkletische Zeit bis etwa in das 5. Jhd. n. Chr. als Alamannische Festung.
Die Konstruktion entwickelte sich mit dem Stand der Wehrtechnik. Geht man davon aus, dass sie in der Bronzezeit aus der üblichen Holz-Steine-Erde-Konstruktion bestand, so bezeugen Funde, dass die Wallanlage z. Z. der größten Ausdehnung, im 2./1. Jhd. v. Chr. als spätkeltisches Oppidum, aus einer Pfostenschlitzmauer Typ Kelheim bestand. Eine Rekonstruktion dieses Mauertyps mit einer entsprechenden Zangentoranlage, wie sie typisch für die Latènezeit, ist am Parkplatz ,,Dünsberg” am westlichen Bergfuß ans der L 3061 aufgebaut. Die inneren Wälle wurden durch Tangentialtore unterbrochen. Bisher ungeklärt ist die Bedeutung der Strahlenwälle, die an den Toren ansetzten und sich am Hang hinunterziehen. Diese wurden im Siebenjährigen Krieg in Geschützstände integriert.
Am äußeren Wall wurden mehrer Wasserreservoirs ausgegraben. Sie waren sorgfältig mit Wänden aus Holzpfosten und Bohlen ausgekleidet und dienten der Versorgung der stadtartigen Anlage.
Künstliche Einebnungen in großer Zahl an den Hängen und Funde in diesen Plateaus belegen, dass die Häuser der Kelten in die Hänge des Dünsberges gebaut wurden.
Die Funde ziehen sich von der Steinzeit bis in die Neuzeit. Die meisten Funde lassen die Hauptbesiedlungszeite von der Urnenfelderzeit bis zur Spätlatènezeit datieren.
Die Fundlage deutet darauf hin, dass das Oppidum am Dünsberg von den Ubiern besiedelt wurde. Die keltischen Münzen die hier geprägt wurden, zeigen das “tänzelnde Männlein”. In den 20iger Jahren v.Chr. verschwindet dieses Motiv im Bereich und taucht im Rheintal auf. Caesar erwähnt, dass zu dieser Zeit die Ubier auf die linke Rheinseite umgesiedelt wurden. Interessant ist, das das keltische Oppidum noch bestand, als sich der Stamm der Chatten bildete, etwa die Mitte des letzten Jhd. v. Chr. Das Volk, dass den Dünsberg besiedelte war ein Mischvolk zwischen Kelten und Germanen.
Die Waffenfunde am Dünsberg wurden bisher als Überreste einer kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Bewohner und Römern oder feindlichen Stämmen gedeutet. Neuere Forschungen scheinen aber zu belegen, dass diese als Trophäen die Mauern des Oppidums schmückten.
Das Oppidum wurde im letzten Jahrzehnt v. Chr. aufgegeben. Erst in Spätrömischerzeit, um 260 z.Z. des Limesfalles, besiedelten die Alamannen das Land und den Dünsberg erneut. Funde aus dem 4./5. jhd. deuten auf eine Gauburg, den Sitz eines Kleinkönigs, hin, dessen Macht wahrscheinlich mit dem Einfall der Franken um 500 sein Ende fand.

(Quellen:
Der Dünsberg bei Gießen – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 60,
Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1986

Neue Ausgrabungen am Dünsberg – Dr. C. Nickel in Archäologie Online 2003
Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990
Nickel / Rittershofer in Hessen Archäologie 2002 – Theiss Verlag Stuttgart 2003)