Die Etrusker

Betrachten wir die Hinterlassenschaften der Frühlatènezeit, so tauchen immer wieder unverkennbare Einflüsse eines Volkes auf: der Etrusker.
Unsere Vorfahren hatten also tiefergehende Beziehungen zu diesem antiken Südvolk. Wer aber waren die Etruski?
Sie selber bezeichneten sich als Rasenna, die Griechen kannten und fürchteten sie unter dem Namen Tyrsenoi/Tyrrhenoi. Über ihren Ursprung werden ähnliche Diskussionen geführt wie über den der Kelten. Die Griechen nahmen an, dass sie aus dem kleinasiatischen Raum sammten. Eindeutig ist, dass ihre Sprache nicht indoeuropäischen Ursprunges ist, und ihr Alphabet aus dem Griechischen abgeleitet wurde.
Die Etruskischen Kultur, wie sie sich uns erschließt, hat sich allerdings im Etruskischen Kerngebiet entwickelt. In das 10. vorchristliche Jhdt. reichen die Spuren der Etrusker zurück. Das Siedlungsgebiet entspricht der heutigen Toskana, Umbrien und Nordlazien.
“In Tuscorum iure pene omnis Italia fuerat” (Fast ganz Italien stand unter der Herrschaft der Etrusker), so kommentiert Cato den Einfluß den dieses Volk auf die italische Halbinsel hatte. Die Etrusker besaßen ein Staatswesen ähnlich dem der Griechen. 12 Städte, zwischen dem dem tyrrhenischen Meer, dem Tiber und dem Arno gelegen, bildeten die Etruskische Nation.
In der Frühzeit herrschte die Monarchie, erst zum Ende Etruriens (4./3.Jhdt.v.Chr.) bildete sich eine Republik. Die Züge der Monarchie waren noch in der Anfangszeit Roms zu erkennen, was auch daher kommt, das das frühe Rom unter der Herrschaft der Etrusker stand. Vieles was wir heute als Römisch kennen hat seinen Ursprung in der Etruskischen Kultur. Die Etruskische Sozialgliederung scheint kaum ein Standesdenken zu verinnerlichen. Die einzige Unterschicht bildeten Sklaven, Schauspieler, usw. Das Solzialwesen baute auf der Familie auf. Die Etruskische Frau hatte eine gehobene Position und es herrschte soziale Gleichberechtigung im Gegensatz zu Griechenland. Die Züge der Monarchie sowie das Sozialwesen und der Religion waren noch in der Anfangszeit Roms zu erkennen, was auch daher kommt, das das frühe Rom unter der Herrschaft der Etrusker stand. Vieles was wir heute als Römisch kennen hat seinen Ursprung in der Etruskischen Kultur.In der Tat reichte der Etruskische Arm noch viel weiter.
Die Etrusker zeichneten sich unter anderem durch eine mächtige Seeflotte aus. Bei den Griechen waren sie als Piraten gefürchtet. Allerdings waren sie primär eine Handelsmacht. Ihre Handelskontakte reichten von Afrika bis an die Nordsee. Die Etrusker waren Meister der Metallverarbeitung und exportierten ihre Waren in weit entlegen Gebiete.
Und hier betreten die Kelten das Feld der Geschichte.
Die Fürsten der Hallstatt- und der Frühlatènezeit schmückten sich gerne mit importierten Waren, liebten den Etruskischen Wein oder kleideten sich nach deren Vorbild. Etruskische Schnabelkannen z.B. sind in Gräbern des Kelt. Siedlungsgebietes weitverbreitet. Aber auch das Kriegswesen beeinflusste die Kelten. Frühkeltische Waffen zeigen südliche Einflüße. Die Kriegsführung erfolgte, nicht wie landläufig angenommen wild und ungeordnet, nach Vorbild der griechischen und etruskischen Phalanx.
Der Reichtum den alle dies Exportgüter vermittelten brachte die Kelten dazu in dieses sagenhaft Land zu wandern. Im 4. Jhdt. v. Chr. fielen sie in Norditalien ein. Etrurien hatte seinen Höhepunkt in den beiden vergangenen Jahrhunderten und befand sich nun in einem Vormachtstellungskrieg mit dem jungen, aufstrebenden Rom. Es kam zu einem Zusammenschluß zwischen Etruskern und Kelten. Ein letztes Aufbäumen der einst so großen Zivilisation. Ein Höhepunkt dieser Verbindung war die Besetzung Roms durch die Kelten. Dieser Höhepunkt bildete das keltische Trauma Roms.
In den folgenden Jahren ging das etruskische Volk in den Römern und den Kelten der Gallia Cisalpina auf und verschwand von der Bildfläche.
Das Imperium Romanum erhob sich aus der Etruskischen Asche.


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