Projekt Wetteraukrieger

Wir können uns heute in etwa vorstellen, wie die Kelten der Latènezeit im Allgemeinen ausgesehen haben. Aber wie sahen die Kelten der Frühlatènezeit aus? Wie viel hat sich geändert im Vergleich zur Hallstattzeit? Gab es regionale Unterschiede?
Die Kelten in der Wetterau hatten nachweislich Kontakt zum Etruskischen Siedlungsgebiet. Dies zeigen uns beispielsweise die Funde am Glauberg. Ganz besonders die Schnabelkannen verdeutlichen dies. Ähnlichkeiten der Funde bestehen auch zum Ligurischen Siedlungsgebiet. Kombiniert man diese Funde, so kann man in etwa ein Bild der Wetteraukelten bekommen. Auch die Statuen helfen uns weiter.
Als die Kelten über die antike Welt hereinbrachen hinterließen sie einen bleibenden Eindruck auf die Geschichtsschreiber. Besonders ihr Auftauchen in dem heutigen Norditalien.
Die Kelten werden als große, blonde Barbaren beschrieben, die bekleidet mit Hosen und Mänteln in bunten Farben und Mustern, auf die die zivilisierten Etrusker und Römer trafen.

Keltischer Fürst vom Glauberg mit Schnurr- und Kinnbart
Replik der Statue des Glaubergfürsten. Hergestellt von der Gruppe Aremorica

Aus Funden wissen wir, dass die Kelten im Schnitt zwischen 175 und 185cm groß waren. Ihre Haare behandelten sie mit einer Art Seife, so dass sie hell wurden und nach oben standen. Sie hatten Schnurr- und auch Kinnbärte. Oft trugen die keltischen Krieger Helme, die teilweise sogar einen Schmuck trugen. Durch diese Merkmale wirkten sie auf die eher kleinen Einheimischen riesig. Das zeigen auch die Fresken auf dem Pergamonaltar, die den “Kampf gegen die  Giganten” darstellen.

 

 

Darstellung keltischer Adlige auf der Situla von Wace

Kleidung:

Über die Kleidung der Kelten geben uns die antiken Geschichtsschreiber, Darstellungen auf Situlas oder Reliefen Auskunft.
Hier zeigt sich, dass die Kelten nicht die nackten Wilden waren, wie der Volksglaube sie gerne darstellt.
Mehr über die Kleidung …

 

 

Replikat hergestellt von Officina Lupi

Schmuck:

Die Funde in Hessen zeigen, dass die Kelten Schmuck liebten und auch trugen. Hals-, Arm- und Fingerringe waren Statussymbole. Fibeln dienten zum Halten der Kleidung und waren trotzdem filigran gearbeitet. Reich verzierte Gürtel waren sowohl Kleidungsstück als auch Schmuck. Selbst die Schuhe konnten verziehrt sein, wie zum Beispiel der Fürst von Hochdorf sie trug.
Mehr über den Schmuck …

Hergestellt von
Stefan Jaroschinski

 

 

Die Kelten legten Wert auf Körperpflege. Dies bezeugen Funde von Toilettenbestecken mit Pinzetten, Ohrschabern und Nagelschneidern, Rasiermesser sowie Spiegeln. Auch das Wort “Seife” geht auf den keltischen Ursprung “Sapo” zurück.

 

Hess. Landesmuseum Darmstadt

 

 

Der Übergang von der Hallstatt- zur Latènezeit zeichnet sich auch dadurch aus, dass sich die Sitte, Waffen in die Gräber männlicher Kelten beizulegen, ändert. In dieser Zeit finden sich die typisch “keltischen” Waffen.
Mehr über die Waffen …

 

 

Diese theoretischen Ansätzen haben wir versucht umzusetzen und haben uns für die Interpretation in Form einer Männertracht entschieden. Sie datiert in die La-Tène-A-Periode. Für die Interpretation der Männertracht haben wir uns an den Funden aus dem Grab 1 im Grabhügel 1 am Glauberg orientiert. Zusätzliche Ausstattungsmerkmale werden gesondert beschrieben.
Zur Interpretation der männlichen Tracht…


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