Der Altkönig

Mit 798 m ist der Altkönig der dritthöchste Berg des Taunus. Er beherrscht weithin sichtbar das Taunusvorland, die südliche Wetterau und die Mainebene.
Zwei Steinwälle umringen die Höhe. Der innere mit einer Länge von ca. 980m der äußere mit fast 1390m. Im Südwesten schließt sich an diesen ein Annex von rund 1 km an, der eine Quelle in die Befestigung mit einbezog. Die beiden Wälle schließen eine Fläche von ca. 15 ha, der Annex von ca 11 ha ein. Grabungen haben ergeben, dass es sich bei den Steinwällen um die Ruinen von Holz-Stein-Mauern handelt. Diese Mauer bestand aus senkrechten Pfosten an der Innen- und Außenseite, die durch waagerechte Balken verbunden wurden. Sie war ca. 4 – 6 m breit und trug eine hölzerne Brustwehr. Da die Grabungen eine der ersten an vorgeschichtlichen Befestigungswerken war, wurde dieser Mauertyp als ,,Altkönig-Preist” bezeichnet. In den äußeren Wall führten zwei Tore die im typischen Tangentialstyl ausgeführt waren. In den inneren Ring führte ein einziges Tor. Diese war eine einfache Unterbrechung der Mauer mit einem hölzernen Torhaus.
Auf Grund des Erhaltungzustandes geht man davon aus, dass die beiden Ringe zu unterschiedlichen Zeiten existierten. Es ist anzunehmen, dass Annex und äußerer Wall aus einer älteren Besiedlungsphase stammen und das Baumaterial für den inneren Ring lieferten. Auch die unterschiedliche Breite der Wälle ( Innen: 6,5 m; außen: 4m ) lässt diesen Schluss zu.
Eine Datierung der Besiedlung ist zur Zeit nur eingeschränkt möglich. Es liegen lediglich Funde vor, die 1882/83 ergraben wurden. Diese deuten darauf hin, dass die Anlage in Frühlatènezeit, ca. 400 BC, zu datieren ist. Funde der Spätlatène- und Römischen Kaiserzeit fehlen völlig. Die Befestigung hat zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr existiert. Man kann annehmen, dass es sich um einen Fürstensitz, wie ander Befestigungen der Frühlatènezeit, handelt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Bergheiligtum eingeschlossen war.
Auf Grund der Witterungsverhältnisse und der schlechten Versorgungslage auf dem Berg ist davon aus zu gehen, dass die Befestigungen des Altkönig nicht lange bestand hatten.


(Quellen:
Die Kelten in Deutschland, Rieckhoff/Biel, 410f. – Theiss Verlag Stuttgart 2001
Die Stadtmauern von Preist, Manching und Bibracte – konnten sie abbrennen?, Prof. M. Schönherr, www.net-art.de/mech, Juni 2002)


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