Glauberg

Oppidum
Am Ostrand der Wetterau, mit einer Höhe von 276m die südliche Wetterau bis in die Untermainebene und an den Taunus, bei gutem Wetter kann man bis zum Oppidum Altkönig blicken, beherrschend, liegt der Glauberg, dessen Besiedlungsgeschichte von der Jungsteinzeit (5./4. Jtsd. v Chr.) bis ins Hochmittelalter (13. Jhdt.) reicht.
Auf dem Glauberg befindet sich ein fast ebenes Plateau mit einer Länge von ca. 900m und einer Breite von 80-200m. Eine Quelle wurde zur Bronzezeit befestigt und in einen Weiher gewandelt. Die ersten Befestigungen können für die jüngere Urnenfelderzeit nachgewiesen werden. Der Verlauf dieses Ringabschlusswalles, mit einer Länge von 650m, wurde von allen späteren Besiedelungen beibehalten. Der Ostteil des Plateaus blieb außerhalb der Befestigung, da es hier seinen höchsten Punkt erreicht und die Hänge steiler werden. An diese Stelle legt sich die Befestigung aus einer massiven Trockenmauer mit einer Länge von 600m und einer Breite von 2,50m. Das Material wurde dem Gelände hinter dem Wall entnommen wodurch ein Materialgraben entstand.
In der Späthallstatt- und Frühlatènezeit, ca. 6./5. Jhdt. v. Chr.; erhielt die Höhe ihre stärkste Befestigung. Zu dieser Zeit wurde eine Holz-Steine-Erde-Mauer errichtet und an der leicht einzunehmenden NO-Seite ein doppeltes Wall-Graben-System vorgelagert Eine der Befestigungsmauern wurde wahrscheinlich aus Lehmziegeln errichtet, ähnlich der Mauer der Heuneburg.
Im Norden und Westen ziehen sich Annexwälle den Hang, die wahrscheinlich in der Spätlatènezeit um das 2. Jhdt. v. Chr., hinunter und schliessen die “Welschlache”, ein riesiges Wasserreservoir mit einer Größe von 150 x 50m, ein. Es lässt sich vermuten, dass sich eine zweite Befestigungslinie um den Glauberg zog, da die Annexwälle an seinem Fusse enden.
Den Hauptzugang zum Berg bildete ein Tangentialtor, die Stockheimer Pforte. Drei weitere Tore ermöglichten zu unterschiedlichen Zeiten den Zugang zum Plateau.
Der Glauberg lag zur Römischen Kaiserzeit ausserhalb des Limes.
Im 4./5. Jhdt. wurde auf dem Plateau eine Allamanische Gauburg, im 7./8. Jhdt. eine Fränkische Reichsburg errichtet. Im Mittelalter fand eine Besiedlung des gesamten Plateaus statt die in den Jahren 1247/48 zur Reichsburg führten und deren Fundamente heute noch zu sehen sind. In diesen Zeiten wurden weiter Wälle und Befestigungen errichtet.

 

 

Heiligtum
Im Süden und Südwesten befinden sich ein teilweise umhegtes, durch Wall-Graben-Werken mit riesigen Ausmaßen: 20m breite und 5m hohe Wälle, 15 – 20m breite Gräben, markiertes, ca. 1,5 km² großes Gelände. Im Süden zieht sich eine Anlage mit Unterbrechungen vom Nordhang des Enzheimer Köpfchens etwa 700m wit nach Norden hin. An der Ostseite zieht sich eine Befestigung etwa 1,6 km hin. Etwa in mitte der Südseite des G. biegen sie nach Nordwesten und bilden eine ca. 10m breite Lücke, den Anfang der ca. 350m langen Prozessionsstraße zum Fürstengrabhügel 1. Dieser ist der kultische Mittelpunkt der monumentale Anlage. Er liegt ca. 300m von der Befestigung des Berges entfernt. Sein Durchmesser betrug 48m und seine Höhe 6m. Er ist heute wiederhergestellt. Ein durchschnittlich 10m breiter, 2,2 bis 3,8m tiefer Graben mit einem Durchmesser von 68m umgibt ihn. Im Hügel fanden sich zwei hölzerne Gräbkammern. In diesen wurden die Bestattungen von zwei Männern mit Grabbeigaben gefunden.

Im Südosten der Anlage bafindet sich ein 2. Grabhügel, auf einer Kuppe etwa 240m vom Grabhügel 1 entfernt. Er hat einen Durchmesser von ca. 24m und ist ebenfalls von einem Graben umgeben. Im Zentrum befand sich die Grabkammer eines Kriegers.
Die beiden Grabhügel lassen sich in die Frühlatène Zeit in das 5. Jhdt. v. Chr. datieren
Innerhalb des Geländes finden sich noch weitere Grabenvierecke die möglicherweise keltische Tempel waren.

(Quellen:
Archäologische Ausflüge in der Wetterau – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 84, Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1993
Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990
Das Rätsel der Kelten vom Glauberg – Theiss Verlag Stuttgart 2002)


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