Hallstattzeit

Im 6. Jhdt. v.Chr. setzt sich die Eisenverarbeitung in Mitteleuropa durch und beschreibt somit den Wechsel von der Bronze- in die Eisenzeit. Es ist gleichzeitig der Beginn der sogenannten älteren Hallstattkultur.

1846 wurde von J.G. Ramsauer ein ausgedehntes Gräbfeld im Österreichischen Ort Hallstatt im Salzkammergut freigelegt. Auf Grund der charakteristischen Funde dieser Zeit wurde diese Epoche nach dem Fundort Hallstatt benannt. Kennzeichnend für die Hallstattzeit sind die geometrischen Verzierungen der Keramiken.

Die Grundlage dieser Kultur bildeten immer noch Ackerbau und Viehzucht. Die Landschaft war größtenteils noch unberührt und ein Straßen- und Handelsnetz war kaum fassbar. Das Leben der Menschen bewegte sich in einem engen Kulturrahmen. Die landwirtschaftlichen Techniken waren zu dieser Zeit schon weiterentwickelt. Die eiserne Pflugschar und die Sense waren bereits bekannt. Doch auch Handwerk und Handel erlangten immer stärkere Bedeutung. Das Eisen ermöglichte einen Technolgiesprung. Es war leichter zu verarbeiten, hatte bessere Eigenschaften und war einfacher zu beschaffen als die Rohstoffe Kupfer und Zinn. Dies bedeutete auch, das das soziale Gefüge in Mitteleuropa veränderte, da sich die bisherigen Handelsbeziehungen natürlich grundlegend änderten. Neue Handelszentren entstanden und alte zerfielen.

In der Hallstattkultur etablierte sich ein Herrschaftssystem, dessen herausragendste Persönlichkeiten in Grabhügeln (Tumulus) bestattet wurden. Die Körperbestattung verdrängt die bisherige Urnenbestattung. Die Gräber wurde mit Beigaben reich ausgestattet. Kennzeichnend für die Gräber der älteren Hallstattkultur sind lange Eisen- oder Bronzeschwerter, Lanzen und Pferdegeschirre.

Gegen Ende des 7.Jhdt. v.Chr. erreicht die Ausbildung der Adelsklasse seinen Höhepunkt. Sie markiert den Wechsel zur späten Hallstattkultur. Reich ausgestattete “Fürsten”gräber und befestigte Höhensiedlungen prägen den Bereich Süd-West-Deutschlands, Ost-Frankreichs und der Nord-Schweiz. Wobei der Großteil der Bevölkerung weiterhin in kleinen offenen Dörfern lebte.
Riesige Grabhügel in exponierter Lage, versehen mit hölzernen Grabkammern dienen als letzte Ruhestätte. Die Grabbeigaben verändern sich. Die Fürsten und Fürstinnen werden mit Goldschmuck beigesetzt. Charakteristisch sind ein goldener Halsring, Pferdegeschirre, vierrädrige Wagen. Ergänzt wird diese Austattung meistens durch einen Dolch, goldenen Armringe, Fibeln an Stelle von Gewandnadeln, Trink- und Essgeschirr. Schwerter und Lanzen werden nur noch selten in die Gräber mitgegeben.

In der späten Hallstattkultur entwickelt sich auch der Handel mit den mediteranen Kulturen, vor allem den Griechen. Das Fernhandelsnetz wird ausgebaut. Geschirr, Schmuck und Möbel nach griechischen Mustern werden in den hallstattzeitlichen Gräbern und Siedlungen gefunden. Aber auch Italische Einflüße sind erkennbar.

Der mediterrane Einfluss wird besonders deutlich im Falle der Heuneburg:
Sie ist eine der befestigten Höhensiedlung der Hallstattzeit. Sie war das Machtzentrum von “Hallstattfürsten” und dominierten das umliegende Siedlungsgebiet. Die Heuneburg war über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren mit einer Lehmziegelmauer nach mediterranem Vorbild befestigt, die nördlich der Alpen für diese Zeit einzigartig ist.

Im 6. und 5. Jhd.v.Chr. kommt es zu sozialen Umbrüchen in Südeuropa. Diese scheinen sich auch auf den Hallstattkreis auszuwirken, denn es finden gravierende Veränderungen statt die alle kulturellen Bereiche betreffen. Die Hallstattzeit geht zu Ende und die La-Téne-Zeit beginnt.

Mehr über die Hallstattzeit: Keltenreich.de


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