Die Mittel-Latène-Zeit

Ein Kelte namens Helico, eine trockene Feige, eine Traube, etwas Öl und Wein, sind nach Plinius dem Älteren der Auslöser für eine Völkerwanderung wie sie etwa aus dem 4./5. Jhdt. n. C. bekannt ist. Es begann die Zeit der keltischen Expansion. Die Zeit, die bei den mediterranen Völkern das Bild der Kelten prägte. Die Okkupation Roms 378 löste das keltische Trauma Roms aus, auf das Jahrhunderte später Caesar seinen Gallienfeldzug aufbauen konnte.

Warum zum Ende des 4. Jhdt. allerdings die Kelten in Scharen auszogen ist nicht klar und lässt sich schwer erschließen. Möglicherweise waren es sozi-ökonomische Krisen, Klimawechsel oder sogar ein Kometenregen.

Neben der Abwanderung änderte sich auch die Gesellschaftsstruktur. Die großen Bestattungen, wie sie noch in der LtA üblich waren, verschwanden. Das einfache Volk findet sich in den Grabfunden kaum noch. Die Friedhöfe scheinen der Elite vorbehalten zu sein. Die Grabfunde lassen darauf schließen, dass sich eine Kriegergesellschaft entwickelte. Galten früher Alter, Geschlecht und Abstammung als Hauptkriterium für die Adelsklasse, traten in der Mittellatènezeit eindeutig kriegerische Fähigkeiten in den Vordergrund. Auch scharten diese Kriegerfürsten spezialisierte Schwertträger, Lanzenträger, Bogenschützen, usw. um sich. Diese Entwicklung findet sich auch in anderen Kulturen dieser Zeit. Der Adel schmückt seine Gräber mit den typischen zweirädrigen Wagen.

Ein weiteres Merkmal ist das Verschwinden der Höhensiedlungen. Siedlungen in dieser Zeit sind kaum greifbar. In Bayern beherrschen gestreute Einzelhöfe das Landschaftsbild. Familiengemeinschaften scheinen die Großsiedlungen abzulösen. Dies macht sich auch darin bemerkbar, dass den adligen Kindergräbern fast gleiche Beigaben wie den Erwachsenen dargebracht werden.

Die Mittellatènezeit bringt uns einen großen Teil der schriftlichen Überlieferungen über die Kelten. Ihre Feldzüge und Besiedelungen der Gallia Cisalpina, ihr Auftreten als Söldner auf dem Balken, in Hannibals Heer, ihre Aufstände auf der iberischen Halbinsel beeindrucken die antiken Autoren. Die Kelten erschienen in Macedonien und Griechenland. Sie plündern Delphi und treffen auf Alexander den Großen. Die Kelten gründen Siedlungen in ganz Europa. Heute noch existierende Städte wie Mailand, Bologna, usw. gehen auf die Kelten zurück. (s.a.:Zeittafel)

Die keltische Expansion endet mit dem Aufstreben eine italischen Stadtstaates: Rom. Die Schlacht um das keltische Italien beginnt und endet mit der Gründung des Ager Gallicus und der Vertreibung der Kelten zurück nach über die Alpen. Der Beginn der Hochzeit der Kelten und gleichzeitig der Anfang vom Ende…


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