Gesellschaft

Die Gesellschaft der Kelten war wie die meisten antiken Kulturen, gegliedert in den Adel, das Volk und die Knechte. Des weiteren gab es die Gliederung in Familie und Gefolgschaft.

Laut Caesar herrschte in den Familien das Patriarchat und die Einehe. Laut Strabon und Livius waren die keltischen Familien sehr kinderreich. Trotz der Männerherrschaft und den bezeugten Witwenmorden an Gräbern oder Frauenopfern, unterschied sich die Rolle der Frau bei den Kelten von denen der anderen antiken Völker. So bestand die Möglichkeit, dass Witwen oder Töchter die Herrschaftsfolge antreten konnten. Als Beispiel kann hier die britannische Königin Boudiccia genannt werden, die auch zeigt, dass die keltische Frau nicht zu Hause blieb und das Haus hütete sondern durchaus das Schwert im Kampf führte. Ein anderes Beispiel ist der Abstammungsbezug zur mütterlichen Linie, wie wir es aus Irland kennen. Männer geben z. B. den Namen ihrer Mutter an. Die mutterrechtliche Sippe heißt Clan. Auch war es nicht unüblich, dass die keltische Frau sich ihren Gatten auswählte. Dies stieß bei den antiken Gelehrten auf große Verwunderung, wie z.B. bei dem Griechen Diodor.

Auch priesen die verheirateten Damen anderen Männern an, sich ihnen hinzugeben, ohne dass dies als verwerflich galt, wie es beispielsweise die Königin Medb tat, um ihre Soldaten anzuspornen den Helden CuChullain zu töten. Der Adel herrschte über das kelt. Volk. Er bestand meist aus Grundbesitzern, die sich durch ihren Reichtum, Abstammung und großen Gefolgschaften auszeichneten. Zwischen diesen bestand eine zweiseitige Bindung. Die Herrschaft musste das Volk schützen und sich ihm wohlgesonnen halten (beispielsweise durch Geschenke), während das Volk absolute Treue schwor. Daher war es bei den Kelten sehr beliebt Feste und Gelage zu feiern die manchmal ins Unendliche zu gehen schienen. Bei diesen Gelegenheiten kam es nicht selten zu Streitigkeiten und Auseinandersetzungen. Trotzdem war in der antiken Welt die kelt. Gastfreundlichkeit gerühmt: Fremde wurden jederzeit eingeladen und standen unter einem besonderen Schutz. Wer einen Fremden tötete wurde hingerichtet, einen Einheimischen, in die Verbannung gejagt. Doch auch Knechte, bzw. Hörige gehörten zur kelt. Gesellschaft. So begaben sich Kelten, die ihre Schulden nicht zahlen konnten in die Knechtschaft. Sie hatten kein Stimmrecht und unterstanden der Gewalt ihres Hausherrn, dem sie allerdings absolute Treue leisteten. Die Kelten waren ein kriegerisches Volk und gerieten leicht in Zorn. Die Gelehrten schrieben allerdings, dass sie auch ohne Ausdauer wahren und ihre Feldzüge leicht in Flucht umschlugen, sobald sie keine Siegeschancen mehr sahen.

Unterteilt war das keltische Volk in Stämme. Ihre Größe schwankte zwischen 50000 und 200000 Mitgliedern. Die größeren Stämme waren in Gaue unterteilt. Es kam jedoch auch dazu, das einzelne Stämme zerfielen, Gaue zu anderen Stämme wechselten oder sich zu neuen Stämme zusammen schlossen, daher ist eine eindeutige Differenzierung sehr schwer. Der Stamm zeichnete sich als eigenständige Gemeinschaft, mit eigener Tradition, eigenen Kulten und einem eigenen Territorium aus, das durch natürliche Grenzen von den nächsten Stämmen getrennt wurde. Die Stämme trachteten stets danach, ihre Nachbarn zu unterwerfen oder zu vernichten. Bündnisse gingen sie nur selten ein.


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