Untergang

Wirklich untergangen ist das keltische Volk bis heute nicht. Seine Nachkommen finden wir über ganz Europa verteilt, doch das keltische Erbe ging weitestgehend verloren. Grund hierfür ist, dass sich die keltische Kultur sich langsam mit ihren Nachbarn und Besetztern vermischte und ihre Gebräuche und Lebensweisen übernahm. Der Untergang begann etwa um die Zeit, als die Kelten gegen die Römer immer häufiger Niederlagen erlitten, ca. 300 v. Chr.

Um 150 v. Chr. war die Gallia Cisalpia ( Region südl. der Alpen) zum Teil Roms geworden. Die Kelt-Iberer verloren die spanische Halbinsel um 133 v. Chr. nach dem Untergang des Oppidiums Numantia an die Römer. Das Ende der Gallia Transalpina ( Region nördl. der Alpen ) begann mit dem Bund den die Stadt Massilia mit den Römern einging um die Stämme der Vocontier zu unterwerfen. Die Region ( Gallia Narbonensis ) wurde 118 v. Chr, röm. Kolonie. Die Kimbern und Teutonen fielen um 113 v. Chr. über die röm. Kolonien her und die Römer beschlossen, dass das gesamte nördl. Gallien unterworfen werden musste um sich vor ihnen zu schützen. Ein ehrgeiziger Römer beschloss die Kelten entgültig zu besiegen.

Mit Iulius Caesar erlebten die Kelten ihre gloreichsten Kriege und ihre tödlichsten Niederlagen. Als der Averner Vecingetorix nach sechsjähriger Haft am 26. September 46 v. Chr. in Rom erwürgt wurde, schrieben die Historiker:

“Ganz Gallien ist von den Römern besetzt!”

Einzig und allein die Kelten östlich des Rheines, die von den Römern als Germanen bezeichnet wurden, leisteten weiterhin Widerstand und konnten lange ihre Unabhängigkeit behaupten, selbst die Galater hatten ihre Selbstständigkeit verloren und waren anektiert. Die Unterwerfung der Kelten in den Alpen begann um 35 v. Chr. mit den Kämpfen gegen die Salasser und Tauriner. Um 15 v. Chr. unterlagen die Stämme in den Regionen des Wallis und an der Donau. Ein Siegdenkmal nördlich von Monaco nannte die Namen der 170 unterworfenen Stämme. Das keltische Reich stand nun von der Atlantikküste bis an das Schwarze Meer und vom Mittelmeer bis zum Herkynischen Wald unter dem Schutze Roms.

Einzig Britannien, Irland und Caledonien waren noch keltische Gebiete. Die Anektion Britanniens begann gegen 43 n. Chr. mit dem Einfallen Claudius in die Lowlands. Sie stießen bis nach Schottland vor und errichteten unter Hadrian einen Wall, der sie gegen die Caledonier schützen sollte. Irland erreichten sie nicht. Dies war der politische Niedergang der Kelten, der ethnologische erfolgte um das 1. Jhdt. Der keltische Stamm der Boier (Region um Mainz bis in den Taunus) wurde von den Markomannen germanisiert. Die Allamannen besetzten um 300 den Raum nördlich der Alpen. Kelten und Germanen schlossen sich zusammen und wanderten über das europäische Festland bis auf die britischen Inseln. Das keltische Reich war Vergangenheit und das Mittelalter brachte neue Wirren über Europa.


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