Posts mit Schlüsselwort ‘Flüsse’

Die Wetter / Wetterau

25. April 2014

Die Wetterau ist die fruchtbare Senke zwischen Taunus und Vogelsberg. Ihren Namen hat sie von dem Fluß Wetter. Die Wetter entspringt im Vogelsberg und mündet in die Nidda. Im Jahre 767 wird die Wetteraiba erstmals schriftlich erwähnt; der Fluß Wetteraha 772.
Der Name Wetter geht auf das indogerm “uedhor” zurück das “Wasser” bedeutet.
Aus ihm haben sich die Begriffe “Undati” (Alt-Sanskrit), “Voda” (slavisch), “Vatten” (Schwedisch), “Wazzar(Alt-Hoch-Dt.), “Wather” (Alt-Hoch-Engl.), usw. entwickelt. An “uedhor” wurde noch die Endung -aha,-ach oder -ara angefügt, die bei einigen indoeurop. Flußnamen überliefert ist.
Die Endung -aiba geht auf “aiÆ´bô” zurück. Dies bedeutet “Land,Siedlungsgebiet”.
Die Wetterau ist also das Wohnland an der Wetter.
Zum anderen gilt die Wetterau auch als ein Zentrum der Deutschen Mineralbrunnenindustrie. (15% der in D geförderten Wasser stammen aus der Wetterau) Geht man davon aus, dass diese Brunnen bereits in frühgeschichtlicher Zeit bekannt waren so könnte die “Uedhoreiba” auch das “Land des Wassers” gewesen sein. (Anmk. d. Verfassers)

(Quellen:
Trier, Jost – Versuch über Flußnamen. Köln 1960
Krahe, Hans – Unsere ältesten Flußnamen. Wiesbaden 1964)

Die Werra

25. April 2014

Im Thüringer Wald entspringt ein Fluss der nie das Meer erreicht: die Werra.
Ihr Bett schlängelt sich über 298 km zwischen Thüringer Wald und Rhön entlang und vereinigt sich bei Hannoversch-Münden mit der Fulda zur Weser.
Früher wurden die Weser und die Werra als ein Fluß gesehen. Deshalb haben sie auch den gleichen Namensursprung. Die Römer bezeichnet den Fluss als “Visurgis”. Dies ist möglicherweise die lateinische Form von “Wiesenfluss” (wisur + aqua), den so wird die Werra übersetzt. Eine ältere Namensform ist uns nicht überliefert. Möglich wäre es, dass der Fluss bei der regionalen Bevölkerung Wisara, Wisura, Wisera oder Wisuraha. Diese Namen sind aus dem Frühmittelalter überliefert.
Später kam es zu einer Lautverschiebung im Oberdeutschen. Der Oberlauf behielt den Namen Wirraha/Werra, während der Unterlauf als Wirraha/Wisuraha bezeichnet wurde. Hieraus entstand möglicherweise die Weser.

(Quellen:
Keller – Weser und Ems, ihre Stromgebiete und ihre wichtigsten Nebenflüsse
Krahe, Hans – Unsere ältesten Flußnamen. Wiesbaden 1964)

Die Nidda

25. April 2014

Tacitus erwähnt in seinen Analen den Stamm der Nidenses die zwischen Nidda und Main siedelten. Erstmalig als Ortsbezeichnung erwähnt wird der Name der Nidda im 1. Jhd. An der Stelle des heutigen Frankfurt-Heddernheim gründeten die Römer am Ufer das Kastell Nida.
Der Name “Nida” taucht als Flußname in ganz Europa auf:
“Nida” in Polen,”Nied” in Litauen, “Nedd” in Brittanien(engl:neath),”Neth” in Cornwall, “Nied” in Lorraine. (Pokorny,1959, I: 761)
Desweiteren ist ein iro-keltischer Gott namens “Nuada (Neto, Neton, Net, Nodens, Neit, Noadat deo Mar) bekannt. Er bedeutet ,,der Schützende” und wird mit Teutates verglichen.
Im Lateinischen gibt es den Begriff “nitere” – “scheinend,leuchtend”. Daraus leitet sich das Alt-Französische “net” –> Anglo-Fra. “neit” –> Modern-Engl. “nice” –> Hoch-Deutsch “nett” ab.
So könnte die Nidda vielleicht auch ,,die Scheinende”oder ,,die Leuchtende” sein.

Der Main

25. April 2014

Als im Jahre 38 v. Chr. die Römer gegen die nördlichen Barbaren zogen, gründeten sie am Zusammenfluß des Renus und Moenus die Stadt Moguntiacum. Entlang des Moenus entstanden weitere Lager und Kastelle.
Heute kennen wir die Flüsse als Rhein und Main, Moguntiacum als Mainz.
Den Namen Moenus haben die Römer höchtswahrscheinlich von den dort siedelnden Kelten übernommen, die ihn Moin nannten.
Für den Ursprung des Namens Moin gibt es mehrere Erklärungen.
Zum einen ist er sprachlich ähnlich dem lettischen Maina oder dem litauischen Maiva, was in etwa Sumpf bedeutet.

Eine andere Thorie ist, das er seinen Nahmen von einem zaunartigen Fischfanggerät hat, da Moin auf einen Zaunsinn hinweißt.(Z.B. lat. moenia = Stadtmauer)

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Name von den verschiedenen Völkern die hier siedelten in ihren eigenen Sprachen verändert.
Die Kimbern (um 100 n.Chr.) nannten ihn Moine. Im 12 Jhd. wird er in Urkunden Mogonus genannt. Bekannt ist er auch als Moyna, Mogus oder Magon.
Seit dem 14. Jhd. wird er als Main bezeichnet.

(Quellen:
Trier, Jost – Versuch über Flußnamen. Köln 1960
Krahe, Hans – Unsere ältesten Flußnamen. Wiesbaden 1964)

Die Lahn

25. April 2014

Aus dem 6. Jhd. ist der Name der Lahn als Laugana/Logana bekannt.
Die Endung -ana deutet auf den keltischen Ursprung dieser Namen hin.
Über die Bedeutung der Silbe Log/Laug gibt es mehrere Theorien:
Aufgrund der Ähnlichkeit zu lug-, log-, leg-, lig-, lag- und deren geographischen Verbreitung könnten sie “Sumpf” bedeuten wie z.B. die “Lauga” in Württemberg, der Logelbach im Elsass, die “Logsen” am Bodensee, oder der “Lugeon” bei Triest.
Das würde bedeute, das der Name der Lahn an nicht mehr vorhandene Sumpfgebiete erinnert.

Eine weitere Möglichkeit wäre der Bezug zum indogermanischen “leg”, das tröpfeln, sickern, langsam rinnen bedeutet. Die Lahn wäre demnach die Langsam-fließende. Wenn man sich die Lahn betrachtet, könnte man diesen Bezug durchaus nachvollziehen.

Eher unwahrscheinlich ist, das der Name der Lahn auf den Gott Lugh zurückzuführen ist, da die Flussgottheiten in der Regel weiblich waren.

Der keltische Stamm der Ubier besiedelte das Lahntal bis zu seiner Umsiedlung an den Rhein.