Posts mit Schlüsselwort ‘Hintergrundwissen’

Christenberg

25. April 2014

Etwa 15 km nördlich von Marburg liegt im Burgwald, dem er seinen Namen gibt, der Christenberg. Das ca. 4 Ha große Plateau ist im Osten nahezu ebenerdig an die Hochflächen angebunden und fällt auf den anderen drei Seiten steil ab. Es wurde durch einen Holz-Steine-Erde-Wall mit senkrechter Mauerfront gesichert, die sich um das gesamte Plateau zieht. Auf der leicht zugänglichen Ostseite befand sich zusätzlich ein flacher Graben. Zudem wurde etwas später ein etwa 80 bis 120 m vorgelagerter Erdwall mit Holzfront errichtet, der durch eine Lücke Zugang zur Mauer gewährte. Im Südosten der Mauer befand sich ein drei Meter breites Tor, dass mehrfach umgebaut wurde. Die Mauer wurde unterbrochen und mit einer Torgasse nach innen geführt. Die Fundlage lässt darauf schließen, dass die Toranlage zudem als Lagerhaus diente. 


Die dendrochronologische Datierung der verwendeten Hölzer datiert die Gründung der Befestigung in das Jahr 420 BC. Die Funde zeigen, dass der ,,Fürstensitz” ab dieser Zeit 200 Jahrelang dicht besiedelt war. Auf dem gesamten Plateau fanden sich Spuren von Holzbauten. Importgefäße zeigen Verbindungen nach Westdeutschland, Böhmen und nach Istrien.
Die einheimische Gebrauchskeramik hebt sich stilistisch von anderen Kulturäumen innerhalb der Keltike zu dieser Zeit ab. Weiße Winkelbänder und Kreisaugenverzierungen charakterisieren eine Sondergruppe, die Mittel-, Nordhessen und das Siegerland verbindet. Die Bronzefunde dagegen (Dreiknotenringe, Fibeln, etc) zeigen jedoch die Zugehörigkeit zum Latènekulturraum. Zudem fanden sich auf dem Plateau Eisenwaren, Glasperlen und Spinnwirtel. Im zweite vorchristlichen Jahrhundert endete die keltische Besiedelung mit einem planmäßigen Niederbrennen der Mauer.


Im Umland des Christenberges finden sich weitere vorgeschichtliche Denkmäler. Im Nordwesten, ca. 600m entfernt, befindet sich auf dem ca. 1,5 ha großen Plateau der Lützelburg eine hallstattzeitliche Befestigung. Wahrscheinlich die Vorgängerfestung des Christenbergs. 400m nordwestlich befindet sich auf dem Klutzkopf eine frühkeltische Siedlung, die von einem frühmittelalterlichen Grabhügelfeld überlagert ist.
Im Mittelalter hat Bonifatius auf dem Christenberg eine Kirche gegründet und dort getauft. Heute befindet sich eine Kirche auf dem Plateau.

 

 

(Quellen:Die Kelten in Deutschland, Rieckhoff/Biel, 427ff. – Theiss Verlag Stuttgart 2001)

Butzbach

25. April 2014

Hausberg

Der Hausberg wacht am Ostrand des Taunus mit einer Höhe von 486m NN über Butzbach und die Wetterau. Während er sich nach Norden und Nord-Osten leicht abfallend fortsetzt stürzt er von Osten bis zum Westen steil in die Tiefe.
Auf dem Hausberg liegt eine Befestigungsanlage. Diese besteht aus zwei niedrigen Ringwällen. Diese waren nach Typ Altkönig-Preist aufgebaut. Der Zugang zu den Ringwällen erfolgte im unteren Wall durch Tore im Norden und im oberen durch ein 6m breites Tangentialtor im Osten und möglicherweise im Westen. Zusätzlich wurde das Oppidum durch zwei Abschnittswälle an der flachen Hangseite des Berges. Diese waren reine Stein-Erde-Konstruktionen.
Aus älteren Quellen ist ein Wasserreservoir innerhalb der Ringwälle bekannt. Es lag möglicherweise im Norden des zweiten Walles. Es ist heute nicht mehr zu lokalisieren. Unterhalb der Befestigung treten Quellen aus dem Berg.
Die ersten Siedlungsbelege stammen aus der späten Urnenfelderzeit (Ha B 3) allerdings scheint das Oppidum erst in der Latènezeit (Lt B + C) angelegt worden zu sein. Dies belegt die Anhäufung der Keramikfunde aus dieser Epoche. Den Hausberg zeichnet eine große Menge von Mühlsteinfunden aus. Des Weiteren sind Eisengerät, Glasringfragmente, usw. auszeichnend für das Oppidum.

Brüler Berg
Wendet man sich vom Hausberg nach Südwesten so erreicht man nach ca. 1,5km den, mit 424m NN, etwas flacheren Brüler Berg. Er ragt steil über das Isseltal.
Auf seiner Kuppe befindet sich eine frühgeschichtliche Ringwallanlage. Richtung Nord-Osten wird er von einem großen, sich mit 600m Länge von Norden nach Osten ziehenden, Abschnittswall aus der Eisenzeit gesichert.

 

(Quellen: Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990)

Die Burg (Dietzhölztal-Rittershausen)

25. April 2014

In der Nähe des Drei-Länder-Ecks Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz erhebt sich am Südausläufer des Rothaargebirges mit einer Höhe von 516m NN die Burg, bzw. die Lay. Vom Norden bis zum Süd-Westen fällt er steil zum Dietzhölze ab und im Nord-Osten ist er mit dem höheren Eichholzkopf verbunden.
Drei Wälle mit vorgelagerten Spitzgräben sichern die Festung nach Süden und Osten ab, wobei der oberste Wall die Kuppe komplett umschließt. Ebenso möglicherweise der unterste Wall. Im Süd-Osten liegt das einzige Tor der Anlage, erreichbar über einen Pfad, der an einem Wasserreservoir, der sog. Hunstränk vorbeiführt. Die unteren Mauern waren als Holz-Steine-Erde-Konstruktion vom Typ Altkönig-Preist angelegt, während die oberste Mauer offensichtlich eine reine Steinkonstruktion war. Direkt hinter diesem liessen sich auch Innenbauten nachweisen.
Die Burg zeichnet sich durch eine große Fundmenge aus. Der Fundhort beinhaltet Bronzeschmuck (Hals-, Armringe, usw.), Eisenwaffen (Lanzenspitzen, -schuhe, Schwertfragmente, Hiebmesser, etc.), Eisengeräte (Schmiedehämmer, Amboss, Beile, etc.) und Keramik. Außerhalb der Anlage wurde ein Skelettgrab geborgen, das ebenfalls bronzene Beigaben enthielt. Das Fundmaterial lässt sich in die Frühlaténezeit datieren, die Keramik lässt noch eine starke Hallstättische Tradition erkennen.
Die Zerstörung der Lay erfolgte durch einen Großbrand. Dieser muss so verheerend gewesen sein, dass die Anlage nicht wieder aufgebaut wurde.

(Quellen: Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990)

Der Altkönig

25. April 2014

Mit 798 m ist der Altkönig der dritthöchste Berg des Taunus. Er beherrscht weithin sichtbar das Taunusvorland, die südliche Wetterau und die Mainebene.
Zwei Steinwälle umringen die Höhe. Der innere mit einer Länge von ca. 980m der äußere mit fast 1390m. Im Südwesten schließt sich an diesen ein Annex von rund 1 km an, der eine Quelle in die Befestigung mit einbezog. Die beiden Wälle schließen eine Fläche von ca. 15 ha, der Annex von ca 11 ha ein. Grabungen haben ergeben, dass es sich bei den Steinwällen um die Ruinen von Holz-Stein-Mauern handelt. Diese Mauer bestand aus senkrechten Pfosten an der Innen- und Außenseite, die durch waagerechte Balken verbunden wurden. Sie war ca. 4 – 6 m breit und trug eine hölzerne Brustwehr. Da die Grabungen eine der ersten an vorgeschichtlichen Befestigungswerken war, wurde dieser Mauertyp als ,,Altkönig-Preist” bezeichnet. In den äußeren Wall führten zwei Tore die im typischen Tangentialstyl ausgeführt waren. In den inneren Ring führte ein einziges Tor. Diese war eine einfache Unterbrechung der Mauer mit einem hölzernen Torhaus.
Auf Grund des Erhaltungzustandes geht man davon aus, dass die beiden Ringe zu unterschiedlichen Zeiten existierten. Es ist anzunehmen, dass Annex und äußerer Wall aus einer älteren Besiedlungsphase stammen und das Baumaterial für den inneren Ring lieferten. Auch die unterschiedliche Breite der Wälle ( Innen: 6,5 m; außen: 4m ) lässt diesen Schluss zu.
Eine Datierung der Besiedlung ist zur Zeit nur eingeschränkt möglich. Es liegen lediglich Funde vor, die 1882/83 ergraben wurden. Diese deuten darauf hin, dass die Anlage in Frühlatènezeit, ca. 400 BC, zu datieren ist. Funde der Spätlatène- und Römischen Kaiserzeit fehlen völlig. Die Befestigung hat zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr existiert. Man kann annehmen, dass es sich um einen Fürstensitz, wie ander Befestigungen der Frühlatènezeit, handelt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Bergheiligtum eingeschlossen war.
Auf Grund der Witterungsverhältnisse und der schlechten Versorgungslage auf dem Berg ist davon aus zu gehen, dass die Befestigungen des Altkönig nicht lange bestand hatten.


(Quellen:
Die Kelten in Deutschland, Rieckhoff/Biel, 410f. – Theiss Verlag Stuttgart 2001
Die Stadtmauern von Preist, Manching und Bibracte – konnten sie abbrennen?, Prof. M. Schönherr, www.net-art.de/mech, Juni 2002)

Die Etrusker

2. April 2014

Betrachten wir die Hinterlassenschaften der Frühlatènezeit, so tauchen immer wieder unverkennbare Einflüsse eines Volkes auf: der Etrusker.
Unsere Vorfahren hatten also tiefergehende Beziehungen zu diesem antiken Südvolk. Wer aber waren die Etruski?
Sie selber bezeichneten sich als Rasenna, die Griechen kannten und fürchteten sie unter dem Namen Tyrsenoi/Tyrrhenoi. Über ihren Ursprung werden ähnliche Diskussionen geführt wie über den der Kelten. Die Griechen nahmen an, dass sie aus dem kleinasiatischen Raum sammten. Eindeutig ist, dass ihre Sprache nicht indoeuropäischen Ursprunges ist, und ihr Alphabet aus dem Griechischen abgeleitet wurde.
Die Etruskischen Kultur, wie sie sich uns erschließt, hat sich allerdings im Etruskischen Kerngebiet entwickelt. In das 10. vorchristliche Jhdt. reichen die Spuren der Etrusker zurück. Das Siedlungsgebiet entspricht der heutigen Toskana, Umbrien und Nordlazien.
“In Tuscorum iure pene omnis Italia fuerat” (Fast ganz Italien stand unter der Herrschaft der Etrusker), so kommentiert Cato den Einfluß den dieses Volk auf die italische Halbinsel hatte. Die Etrusker besaßen ein Staatswesen ähnlich dem der Griechen. 12 Städte, zwischen dem dem tyrrhenischen Meer, dem Tiber und dem Arno gelegen, bildeten die Etruskische Nation.
In der Frühzeit herrschte die Monarchie, erst zum Ende Etruriens (4./3.Jhdt.v.Chr.) bildete sich eine Republik. Die Züge der Monarchie waren noch in der Anfangszeit Roms zu erkennen, was auch daher kommt, das das frühe Rom unter der Herrschaft der Etrusker stand. Vieles was wir heute als Römisch kennen hat seinen Ursprung in der Etruskischen Kultur. Die Etruskische Sozialgliederung scheint kaum ein Standesdenken zu verinnerlichen. Die einzige Unterschicht bildeten Sklaven, Schauspieler, usw. Das Solzialwesen baute auf der Familie auf. Die Etruskische Frau hatte eine gehobene Position und es herrschte soziale Gleichberechtigung im Gegensatz zu Griechenland. Die Züge der Monarchie sowie das Sozialwesen und der Religion waren noch in der Anfangszeit Roms zu erkennen, was auch daher kommt, das das frühe Rom unter der Herrschaft der Etrusker stand. Vieles was wir heute als Römisch kennen hat seinen Ursprung in der Etruskischen Kultur.In der Tat reichte der Etruskische Arm noch viel weiter.
Die Etrusker zeichneten sich unter anderem durch eine mächtige Seeflotte aus. Bei den Griechen waren sie als Piraten gefürchtet. Allerdings waren sie primär eine Handelsmacht. Ihre Handelskontakte reichten von Afrika bis an die Nordsee. Die Etrusker waren Meister der Metallverarbeitung und exportierten ihre Waren in weit entlegen Gebiete.
Und hier betreten die Kelten das Feld der Geschichte.
Die Fürsten der Hallstatt- und der Frühlatènezeit schmückten sich gerne mit importierten Waren, liebten den Etruskischen Wein oder kleideten sich nach deren Vorbild. Etruskische Schnabelkannen z.B. sind in Gräbern des Kelt. Siedlungsgebietes weitverbreitet. Aber auch das Kriegswesen beeinflusste die Kelten. Frühkeltische Waffen zeigen südliche Einflüße. Die Kriegsführung erfolgte, nicht wie landläufig angenommen wild und ungeordnet, nach Vorbild der griechischen und etruskischen Phalanx.
Der Reichtum den alle dies Exportgüter vermittelten brachte die Kelten dazu in dieses sagenhaft Land zu wandern. Im 4. Jhdt. v. Chr. fielen sie in Norditalien ein. Etrurien hatte seinen Höhepunkt in den beiden vergangenen Jahrhunderten und befand sich nun in einem Vormachtstellungskrieg mit dem jungen, aufstrebenden Rom. Es kam zu einem Zusammenschluß zwischen Etruskern und Kelten. Ein letztes Aufbäumen der einst so großen Zivilisation. Ein Höhepunkt dieser Verbindung war die Besetzung Roms durch die Kelten. Dieser Höhepunkt bildete das keltische Trauma Roms.
In den folgenden Jahren ging das etruskische Volk in den Römern und den Kelten der Gallia Cisalpina auf und verschwand von der Bildfläche.
Das Imperium Romanum erhob sich aus der Etruskischen Asche.

Wirtschaft

12. Mai 2012

Ackerbau und Viehzucht bildeten die Grundlage der kelt. Kultur. Der Großteil des Volkes befasste sich damit. Aus dieser Notwendigkeit entwickelten die Kelten überdurchschnittliche Fähigkeiten, wenn es darum ging die Werkzeuge zu verbessern; so entwickelten sie Pflugscharen, deren Art sich bis heute kaum veränderte und entwickelten das Speichenrad in der Form, wie es noch im 19. Jhdt. benutzt wurde und erst durch die Technik des 20. Jhdt. übertroffen werden konnte.

Da Eisen ein unentbehrlicher Rohstoff wurde, entstand eine regelrechte Eisenindustrie. Die K. förderten es im Bergbau. Meist konnte es durch einfachen Tagebau gewonnen werden, tieferliegende Erzvorkommen, sowie Salze und Kupfer, wurden jedoch im Tiefbau gefördert. Dies erforderte zusätzlich eine Verarbeitung großer Holzvorkommen, so dass teilweise ein Drittel der Grubenarbeiter mit der Waldarbeit beschäftigt waren. Da jedoch nicht in allen Regionen Rohstoffe gefördert werdenkonnten entstand ein Handelsnetz, das ganz Europa durchzog. Rohstoffreiche Stämme exportierten diese und Stämme, die sich auf ihre Verarbeitung spezialisiert hatten importierten und verarbeiteten sie, um sie dann weiter zu verkaufen.

Schrift

12. Mai 2012

Die Kultur der Kelten gilt gemeinhin als schriftlos. Im Gegensatz zu den Griechen oder Römern, führten sie keine Bibliotheken oder schrieben ihre Geschichte nieder. Es gibt keine ,,keltischen” Chronisten. Auch wurden religiöse Aspekte so gut wie nie niedergeschrieben. Im Gegenteil, Caesar wies darauf hin, dass es den Druiden strengstens verboten war, ihr Lehren schriftlich aufzuzeichnen. Gleichzeitig weißt er aber auch daraufhin, dass sie ,, ..in fast allen übrigen Dingen, .. , die griechische Schrift verwenden. ..” (De Bellum Gallicum VI, 14,3) Caesar weißt darauf hin, dass den Kelten durchaus Schrift bekannt war und dass sie diese wohl auch im öffentlichen Leben nutzten. Auch andere antike Autoren bezeugen den Schriftgebrauch. So schreibt Diodor, dass die Gallier bei Leichenverbrennung den Toten Briefe an ihren verstorbenen Verwandten mitgaben ( Diodor, V, 28,6)

Wenn die Kelten die Schrift im öffentlichen Leben nutzten, so taten sie es vermutlich auf vergänglichem Material, das archäologisch nicht fassbar ist. Schriftliche Hinterlassenschaften sind dennoch aus Inschriften und Graffitis auf uns gekommen. Sie zeigen, dass die Kelten zwar keine eigene Schrift entwickelten, sie sich aber ab etwa dem 4. Jhdt. BC den lateinischen, griechischen und etruskischen Lettern bedienten. Hauptsächlich wurde sie genutzt um Gegenstände mit den Namen des Besitzers zu versehen, wie auf Tonwaren, Waffen oder Helmen oder um Opfergaben an die Götter zu weihen. Aus verschiedenen Oppida sind sogar beinerne Schreibgriffel und hölzerne Schreibtäfelchen nach mediterranem Vorbild belegt.

Gerade aus dem keltiberischen, Cisalpinen und dem Lepontischen Siedlungsgebiet sind verschiedenste Inschriften auf Steinen oder Bronzetafeln nachgewiesen. Manche davon sogar bilingual, so dass sie eine Rekonstruktion der Sprachen ermöglichen. Auch der Kalender von Coligny fällt in diese Kategorie. Er ist jedoch aus dem 2. Jhdt. n.Chr. und beruht auf römischen Einfluss.

Im Gegensatz zu den eisenzeitlichen Inschriften ist das so genannte Ogham-Alphabeth kein keltisches Schriftsystem. Es basiert auf der lateinischen Schrift und wurde im 5. Jhdt. n.Chr. entwickelt. Es war bis in das 9.Jhdt. in Gebrauch. Ogham findet sich ausschließlich auf Steinen, die sichtbar in der Landschaft standen. Die Inschriften sind in Altirisch verfasst und waren stets kurzgehalten. Meistens waren es Hinweise auf Personen. Teilwiese finden sich auch bilinguale Inschriften.

Sprache

12. Mai 2012

Auf Grund der Entwicklung der keltischen Kultur und deren wenigen hinterlassenen Aufzeichnungen, ist es schwierig die Sprache der Kelten zu rekonstruieren. Reste der alt-keltischen Sprachen finden sich noch in den insel-keltischen Sprache. Aber auch in den Sprachen des Europäischen Festlandes finden sich immer noch Begriffe und Worte aus dem Alt-keltischen.

Heute versuchen die vergleichenden Sprachwissenschaften und die Keltologie sich daran, die Sprache unserer Ahnen zu erforschen.

Das Keltische gehört zu den indoeuropäischen Sprachen und bildet deren westlichsten Zweig. Es ist verwand mit dem Germanischen, Lateinischen, Slawischen, Baltischen, Thrakischen, Albanischen, Griechischen, Iranischen, Indischen usw. Sie alle entwickelten sich aus einer indoeuropäischen Ursprache und ähneln sich im Lautbestand, der Form- und Wortbildung, im Satzbau und Wortschatz.

Das Keltische hat sich stets weiterentwickelt und zerfällt in unterschiedliche Einzelsprachen. Vergleichbar sind unsere heutigen Dialekte. Zu den festlandkeltischen Sprachen zählen das Gallische, Galatische, Lepontische und das Keltiberische. Auf die inselkeltischen Sprachen möchte ich hier nicht weiter eingehen.

Die Wortbildung und Formenlehre des Keltischen ähnelt stark denen des Griechischen und Lateinischen. Es finden sich häufig Wortkompositionen. Vorallem bei Orts- und Personennamen (z.B. Curmisagius – Bier-Freund). Die Wortstellung im Satzbau war wahrscheinlich, ähnlich wie im Lateinischen, weitgehend frei.

Gesellschaft

12. Mai 2012

Die Gesellschaft der Kelten war wie die meisten antiken Kulturen, gegliedert in den Adel, das Volk und die Knechte. Des weiteren gab es die Gliederung in Familie und Gefolgschaft.

Laut Caesar herrschte in den Familien das Patriarchat und die Einehe. Laut Strabon und Livius waren die keltischen Familien sehr kinderreich. Trotz der Männerherrschaft und den bezeugten Witwenmorden an Gräbern oder Frauenopfern, unterschied sich die Rolle der Frau bei den Kelten von denen der anderen antiken Völker. So bestand die Möglichkeit, dass Witwen oder Töchter die Herrschaftsfolge antreten konnten. Als Beispiel kann hier die britannische Königin Boudiccia genannt werden, die auch zeigt, dass die keltische Frau nicht zu Hause blieb und das Haus hütete sondern durchaus das Schwert im Kampf führte. Ein anderes Beispiel ist der Abstammungsbezug zur mütterlichen Linie, wie wir es aus Irland kennen. Männer geben z. B. den Namen ihrer Mutter an. Die mutterrechtliche Sippe heißt Clan. Auch war es nicht unüblich, dass die keltische Frau sich ihren Gatten auswählte. Dies stieß bei den antiken Gelehrten auf große Verwunderung, wie z.B. bei dem Griechen Diodor.

Auch priesen die verheirateten Damen anderen Männern an, sich ihnen hinzugeben, ohne dass dies als verwerflich galt, wie es beispielsweise die Königin Medb tat, um ihre Soldaten anzuspornen den Helden CuChullain zu töten. Der Adel herrschte über das kelt. Volk. Er bestand meist aus Grundbesitzern, die sich durch ihren Reichtum, Abstammung und großen Gefolgschaften auszeichneten. Zwischen diesen bestand eine zweiseitige Bindung. Die Herrschaft musste das Volk schützen und sich ihm wohlgesonnen halten (beispielsweise durch Geschenke), während das Volk absolute Treue schwor. Daher war es bei den Kelten sehr beliebt Feste und Gelage zu feiern die manchmal ins Unendliche zu gehen schienen. Bei diesen Gelegenheiten kam es nicht selten zu Streitigkeiten und Auseinandersetzungen. Trotzdem war in der antiken Welt die kelt. Gastfreundlichkeit gerühmt: Fremde wurden jederzeit eingeladen und standen unter einem besonderen Schutz. Wer einen Fremden tötete wurde hingerichtet, einen Einheimischen, in die Verbannung gejagt. Doch auch Knechte, bzw. Hörige gehörten zur kelt. Gesellschaft. So begaben sich Kelten, die ihre Schulden nicht zahlen konnten in die Knechtschaft. Sie hatten kein Stimmrecht und unterstanden der Gewalt ihres Hausherrn, dem sie allerdings absolute Treue leisteten. Die Kelten waren ein kriegerisches Volk und gerieten leicht in Zorn. Die Gelehrten schrieben allerdings, dass sie auch ohne Ausdauer wahren und ihre Feldzüge leicht in Flucht umschlugen, sobald sie keine Siegeschancen mehr sahen.

Unterteilt war das keltische Volk in Stämme. Ihre Größe schwankte zwischen 50000 und 200000 Mitgliedern. Die größeren Stämme waren in Gaue unterteilt. Es kam jedoch auch dazu, das einzelne Stämme zerfielen, Gaue zu anderen Stämme wechselten oder sich zu neuen Stämme zusammen schlossen, daher ist eine eindeutige Differenzierung sehr schwer. Der Stamm zeichnete sich als eigenständige Gemeinschaft, mit eigener Tradition, eigenen Kulten und einem eigenen Territorium aus, das durch natürliche Grenzen von den nächsten Stämmen getrennt wurde. Die Stämme trachteten stets danach, ihre Nachbarn zu unterwerfen oder zu vernichten. Bündnisse gingen sie nur selten ein.

Einführung

30. März 2012

Eine eindeutige Bestimmung der hessischen Ureinwohner ist gerade in Mittelhessen nahezu unmöglich. Die Römer legten hier ihre nördliche Grenze fest. Der Limes zieht sich durch ganz Mittelhessen, die Wetterau diente dem Imperium als Kornkammer.
Hessen ist ein Gebiet, in dem sich die Vermischung Keltischer, Germanischer und Römischer Einflüsse stark ausprägt. Doch in der Frühzeit muss der Bereich bis auf Höhe Kassel Keltisches Siedlungsgebiet gewesen sein, wie jüngste Grabungen zeigten. Schon Caesar wies auf die Keltische Kultur jenseits des Mains hin.

Das Heidetränke-Oppidium am Altkönig/Taunus gilt schon lange als keltische Siedlung. Funde in Bad Nauheim zeigten, dass hier eine große  Salzgewinnungsindustrie florierte. Teile von Salinen wurde ebenso zu Tage gebracht wie Grabbeigaben, Schmuck, Trinkgefäße und Waffen.

Die Funde am Glauberg galten als eine der Sensationen Keltischer Relikte.
Die Statue des Keltenfürsten sowie die Anlage des Grabhügels mit Prozessionsstraße und zwei reich ausgestatteten Gräbern, eines Graben-Wall-Systems, Siedlungsspuren und weitere Grabhügel im Umland deuten darauf hin, dass der Fürstensitz auf dem Glauberg von großer Bedeutung gewesen sein muss. Der für die Statuen verwandte Sandstein stammt aus einem Steinbruch, der sich in Büdingen befindet. Hier finden sich zudem noch mehr als 20 Grabhügel.