Posts mit Schlüsselwort ‘Kelten’

Armreif

2. April 2014

Bei dem, im Grab 1 gefundenen, Armring handelt es sich um einen geschlossenen Hohlring aus Gold. Im Grab befand er sich am rechten Handgelenk. Er hat einen Durchmesser von 6,5 cm innen und 8,2 cm außen. Sein Gewicht beträgt 33g.
Er ist unverziehrt und wurde aus einem Scharnierrohr mit 8,5 mm Durchmesser gefertigt.

Unterarmring nach Vorbild des Armringes aus dem Fürstengrab am Glauberg
Hergestellt von T.Justl

Der Ring ist aus Messing gefertigt und wurde dem Arm des Trägers angepasst.

Glaubergfibel

2. April 2014

Im Grab 1 des Grabhügels am Glauberg fand sich eine Figuralfibel. Sie zeigt ein Fabeltier mit einem zurückgewandtem Pferdekopf und Flügeln. Auf der Kruppe des pferdeartigen? Körpers liegt ein bärtiger Männerkopf. Betrachten man den Pferdekopf von oben, so zeigt sich die Form einer Frauenfigur. An der Spiralkonstruktion der Nadel finden sich ebenfalls Fabeltiere. Sie sind in der Art eine Vexirbildes angeordnet. Die Eisenachse der Spiralkonstruktion wird von Korallenperlen geschmückt.
Die Fibel ist 6.4 cm lang, 4,3 cm breit und 3.6 cm hoch.
Sie befand sich im Grab mit zwei weitern Vogelkopffibeln. An den Nadeln fanden sich noch Stofffragmente. Sie waren wohl auf ein Tuch aufgesteckt und in einem Lederbehältnis niedergelegt. Möglicherweise befanden sie sich in einer Art Schmuckkästchen. Darauf lassen Holzreste und eiserne Nieten schliesen, die in Fundnähe lagen.
Filbelkörper und Kopfblatte wurden gegossen, manuell ausgearbeitet und mit Linien- und Kerbschnittgravuren verziert.

(Quelle: P. Will in “Das Rätsel der Kelten vom Glauberg”, S. 148f. , Theiss Verlag, Stuttgart, 2002
F.-R. Herrmann in “Das Rätsel der Kelten vom Glauberg”, S. 242. , Theiss Verlag, Stuttgart, 2002)

Rekonstruktion der Fibel: Officina Lupi, Nidda

 

Einführung

30. März 2012

Eine eindeutige Bestimmung der hessischen Ureinwohner ist gerade in Mittelhessen nahezu unmöglich. Die Römer legten hier ihre nördliche Grenze fest. Der Limes zieht sich durch ganz Mittelhessen, die Wetterau diente dem Imperium als Kornkammer.
Hessen ist ein Gebiet, in dem sich die Vermischung Keltischer, Germanischer und Römischer Einflüsse stark ausprägt. Doch in der Frühzeit muss der Bereich bis auf Höhe Kassel Keltisches Siedlungsgebiet gewesen sein, wie jüngste Grabungen zeigten. Schon Caesar wies auf die Keltische Kultur jenseits des Mains hin.

Das Heidetränke-Oppidium am Altkönig/Taunus gilt schon lange als keltische Siedlung. Funde in Bad Nauheim zeigten, dass hier eine große  Salzgewinnungsindustrie florierte. Teile von Salinen wurde ebenso zu Tage gebracht wie Grabbeigaben, Schmuck, Trinkgefäße und Waffen.

Die Funde am Glauberg galten als eine der Sensationen Keltischer Relikte.
Die Statue des Keltenfürsten sowie die Anlage des Grabhügels mit Prozessionsstraße und zwei reich ausgestatteten Gräbern, eines Graben-Wall-Systems, Siedlungsspuren und weitere Grabhügel im Umland deuten darauf hin, dass der Fürstensitz auf dem Glauberg von großer Bedeutung gewesen sein muss. Der für die Statuen verwandte Sandstein stammt aus einem Steinbruch, der sich in Büdingen befindet. Hier finden sich zudem noch mehr als 20 Grabhügel.

Die Kelten – Einleitung

27. März 2012

Etwas über die Kelten herauszufinden erweist sich als recht kompliziert, denn sie waren nie die großen Schreiber. Es gibt recht wenige schriftliche Hinterlassenschaften ihrer Kultur. Um nun etwas über ihr Leben zu erfahren müssen wir uns also hauptsächlich auf ihre Nachbarn verlassen. Zum Glück hinterließen unsere Vorfahren einen solchen Eindruck, dass sich die griechischen und römischen Geschichtsschreiber ihrer annahmen. Ihnen verdanken wir die Beschreibungen die wir von ihnen haben.
Ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt sind die Sagenzyklen aus Irland und Wales, die glücklicher Weise von keltischen Mönchen aufgezeichnet wurden. Man sollte anmerken, dass die hier genannten, schriftlichen Quellen entweder von den Feinden der Kelten oder christianisierten Mönchen geschrieben wurden, und daher nicht hundertprozentig glaubwürdig sein können. Aus diesem Grund muss man die archäologischen Funde heranziehen, die in dem Ausbreitungsbereich der Kelten zu Tage gebracht wurden. Bringt man all diese Fakten zusammen, so ergibt sich das heutige Bild unserer Ahnen.