Posts mit Schlüsselwort ‘Oppidum’

Die Milseburg (Rhön)

25. April 2014

Von der Bieber im Süden und Westen umflossen erhebt sich östlich von Fulda die Milseburg als höchste Kuppe der westlichen Kuppenröhn 130m über das Umland auf eine Gesamthöhe von 835m.
Außer im Nordwesten, bilden Steilhänge an allen Seiten eine uneinnehmbare Naturfestung.
Am Fuss der Kuppe zieht sich ein Steinwall mit 1,3 km Länge von der Nord- zur Südseite der einen Flächeninhalt von 32,5 Ha Flächeninhalt besitzt.Der Geisstein, ein 5m hoher Felsblock, der in der Mitte der Ostseite liegt, ist in die Befestigung eingebunden. Im Norden und Süden läuft der Wall im Berggestein aus. Drei Tore ermöglichen den Zugang durch den Wall. Die beiden Tore im Norden und Süde waren lediglich Lücken im Wall während das Osttor aus zwei sich überlappenden Mauerenden bestand, die eine ca. 25m lange Torgasse bildeten. Annexwälle, die vom Südtor ausgingen bezogen weitere Flächen in das Wallsystem mit ein. Die Bauart der ersten Befestigungslinie der Milseburg war eine 4m breite Pfostenschlitzmauer vom Typ Altkönig-Preist.
Die zweite Befestigungsanlage verläuft am Rande des 450m langen und 275m breiten terassenförmigen Plateaus. Durch die natürlichen Gegebenheiten benötigt es nur wenige künstliche Verstärkungen: im Süden befinden sich Blockhalden, im Westen Steilwände, im Norden der Kälberhutstein und im Osten die kleine Milseburg. Diese werden durch einen 50m langen Wall verbunden. Der einzige leicht zugängliche Weg führt im Nordwesten zur Kuppe hinauf. Ein 20mlanger Wall bildet hier einen Schutz gegen das wegbegleitende Vorland. Vom Norwesten gen Süden zieht sich eine weitere Befestigung an der Kante entlang.
Nördlich, unterhalb der höchsten Erhebung zieht sich ein weitere 100m langer Wall entlang, dem keine Verteidigungsfunktion zugewiesen werden kann. Möglicherweise trennt er einen sakralen Bezirk vom Rest des Oppidums ab.
Die Versorgung des Oppidums erfolgte durch mehrere Quellen. Der Gangolfsborn versorgte die innere Befestigung. Am Fuss des Berges befinden sich zwei Quellen im Nord- und Südosten innerhalb der ersten Befestigungsanlage. Eine weiter Quelle außerhalb der Anlage ist durch zwei bogenförmige Wälle mit je 65 und 85m Länge gesichert.
Siedlungsspuren wurden vorallem in der Nähe der Quellen gefunden. In Nähe der Nordöstlichen Quelle befinden sich 30 kreisförmige ,,Wohnpodien”. Sie sind zwischen 3,5 bis 5m groß und mit Seinen umgrenzt. Im Nordosten und um die Quelle bilden zwei Mauern einen weiteren Schutz der Siedlung. Im südlichen Bereich finden sich weiter Podien. und deuten auf eine breite Besiedelung hin. Die Funde aus diesen Siedlungen werden auf die La-Tène-Zeit hin.
Südlich des Kälberhutsteins finden sich zusätzlich zu den Kreispodien noch Mauerreste verschiedener rechteckiger Gebäude. Darunter die Fundamente von 20m langen und 7m breiten mehrräumigen Gebäuden, die allerdings mittelalterlichen Ursprunges sind.
Die Milseburg wurde bisher archäologisch kaum untersucht, es handelte sich bisher nur um Suchschnitte. Die wenigen Funde deuten darauf hin, dass die Hauptbesiedelungszeit von der Spät-Hallstatt-Zeit (6./5. Jhdt. v. Chr.) bis in die Spät-La-Téne-Zeit (1. Jhdt. v. Chr ) lag. Einige Funde deuten daraufhin, dass bereits um 2500 bis 1800 v. Chr. Siedelungen auf der Milseburg gelegen waren.
Die letzte Besiedelung ist die mittelalterliche ,,Milseburg”. Eine kleine Turmburg auf Liedenküppel, der der Milseburg im Nordwesten vorgelagert ist. Sie war vom 11. bis ins 13. Jhdt. bemannt.

(Quellen:
Die Milseburg in der Röhn – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 50,
Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1985)

Heidetränke-Oppidum

25. April 2014

Auf den ersten Erhebungen des Taunus thront das Heidetränke-Oppidum wie eine Schutzburg über die Frankfurter Innenstadt, nur 16km nordwestlich von ihr gelegen. Die Anlage liegt auf den Bergkuppen Altenhöfe und Goldgrube, durchschnitten vom Tal des Heidetränkebaches. Das Oppidum entstand aus ursprünglich zwei, auf den Kuppen befindlichen Wehranlagen, die in der Früheisenzeit errichtet wurden. In einem Zeitraum von ca. 300 Jahren bis um das Jahr Null fand eine weitere Besiedelung und eine Ausdehnung der Wehranlagen statt. Eine 10km lange umfassende Befestigungsmauer wurde um die Zwillingskuppe gezogen, die den Taleinschnitt in die Befestigung einbezog und dadurch eine Fläche von 130 ha umgibt und dabei Höhenunterschiede von bis zu 230m überwindet. Der Zugang erfolgte durch sechs Zangentore. Die Befestigungen der Altenhöfe-Kuppel waren hauptsächlich Wälle aus einer Stein-Holz-Konstruktion, bis auf den unteren Bereich des nördlichen Umfassungswall den ein Erdwall mit vorgelagertem Graben bildet. Auf der Goldgrube fand sich diese Konstruktion nur an der Nordwestecke der Kernanlage. Die Befestigungsanlage der Goldgrube bestand aus Erdhügeln mit Steinbeimischung und Steinfronten. Die Wälle haben, in ihrer heutigen Form, Breiten von 4,5 bis 15m und sind bis 2,50m hoch; die Gräben sind 4,5 bis 12m breit und teilweise 2,30m tief. Man geht davon aus, das die Mauern ursprünglich 4 – 5m dick waren. Ca. 160 ovale Podien mit 10 x 8m, Pfostenlöcher, Keramikscherben, Feuerstellen und Bruchstücke von Mühlsteinen auf einer Fläche von 2km² deuten auf Häuser innerhalb der Anlage hin, die an den Hängen platziert waren. Im Nordosten der Stadtanlage wurde ein Brandgräberfeld entdeckt.

(Quellen:
Das keltische Heidetränke Oppidum bei Oberursel im Taunus – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 10,
Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1993
Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990)

Glauberg

25. April 2014

Oppidum
Am Ostrand der Wetterau, mit einer Höhe von 276m die südliche Wetterau bis in die Untermainebene und an den Taunus, bei gutem Wetter kann man bis zum Oppidum Altkönig blicken, beherrschend, liegt der Glauberg, dessen Besiedlungsgeschichte von der Jungsteinzeit (5./4. Jtsd. v Chr.) bis ins Hochmittelalter (13. Jhdt.) reicht.
Auf dem Glauberg befindet sich ein fast ebenes Plateau mit einer Länge von ca. 900m und einer Breite von 80-200m. Eine Quelle wurde zur Bronzezeit befestigt und in einen Weiher gewandelt. Die ersten Befestigungen können für die jüngere Urnenfelderzeit nachgewiesen werden. Der Verlauf dieses Ringabschlusswalles, mit einer Länge von 650m, wurde von allen späteren Besiedelungen beibehalten. Der Ostteil des Plateaus blieb außerhalb der Befestigung, da es hier seinen höchsten Punkt erreicht und die Hänge steiler werden. An diese Stelle legt sich die Befestigung aus einer massiven Trockenmauer mit einer Länge von 600m und einer Breite von 2,50m. Das Material wurde dem Gelände hinter dem Wall entnommen wodurch ein Materialgraben entstand.
In der Späthallstatt- und Frühlatènezeit, ca. 6./5. Jhdt. v. Chr.; erhielt die Höhe ihre stärkste Befestigung. Zu dieser Zeit wurde eine Holz-Steine-Erde-Mauer errichtet und an der leicht einzunehmenden NO-Seite ein doppeltes Wall-Graben-System vorgelagert Eine der Befestigungsmauern wurde wahrscheinlich aus Lehmziegeln errichtet, ähnlich der Mauer der Heuneburg.
Im Norden und Westen ziehen sich Annexwälle den Hang, die wahrscheinlich in der Spätlatènezeit um das 2. Jhdt. v. Chr., hinunter und schliessen die “Welschlache”, ein riesiges Wasserreservoir mit einer Größe von 150 x 50m, ein. Es lässt sich vermuten, dass sich eine zweite Befestigungslinie um den Glauberg zog, da die Annexwälle an seinem Fusse enden.
Den Hauptzugang zum Berg bildete ein Tangentialtor, die Stockheimer Pforte. Drei weitere Tore ermöglichten zu unterschiedlichen Zeiten den Zugang zum Plateau.
Der Glauberg lag zur Römischen Kaiserzeit ausserhalb des Limes.
Im 4./5. Jhdt. wurde auf dem Plateau eine Allamanische Gauburg, im 7./8. Jhdt. eine Fränkische Reichsburg errichtet. Im Mittelalter fand eine Besiedlung des gesamten Plateaus statt die in den Jahren 1247/48 zur Reichsburg führten und deren Fundamente heute noch zu sehen sind. In diesen Zeiten wurden weiter Wälle und Befestigungen errichtet.

 

 

Heiligtum
Im Süden und Südwesten befinden sich ein teilweise umhegtes, durch Wall-Graben-Werken mit riesigen Ausmaßen: 20m breite und 5m hohe Wälle, 15 – 20m breite Gräben, markiertes, ca. 1,5 km² großes Gelände. Im Süden zieht sich eine Anlage mit Unterbrechungen vom Nordhang des Enzheimer Köpfchens etwa 700m wit nach Norden hin. An der Ostseite zieht sich eine Befestigung etwa 1,6 km hin. Etwa in mitte der Südseite des G. biegen sie nach Nordwesten und bilden eine ca. 10m breite Lücke, den Anfang der ca. 350m langen Prozessionsstraße zum Fürstengrabhügel 1. Dieser ist der kultische Mittelpunkt der monumentale Anlage. Er liegt ca. 300m von der Befestigung des Berges entfernt. Sein Durchmesser betrug 48m und seine Höhe 6m. Er ist heute wiederhergestellt. Ein durchschnittlich 10m breiter, 2,2 bis 3,8m tiefer Graben mit einem Durchmesser von 68m umgibt ihn. Im Hügel fanden sich zwei hölzerne Gräbkammern. In diesen wurden die Bestattungen von zwei Männern mit Grabbeigaben gefunden.

Im Südosten der Anlage bafindet sich ein 2. Grabhügel, auf einer Kuppe etwa 240m vom Grabhügel 1 entfernt. Er hat einen Durchmesser von ca. 24m und ist ebenfalls von einem Graben umgeben. Im Zentrum befand sich die Grabkammer eines Kriegers.
Die beiden Grabhügel lassen sich in die Frühlatène Zeit in das 5. Jhdt. v. Chr. datieren
Innerhalb des Geländes finden sich noch weitere Grabenvierecke die möglicherweise keltische Tempel waren.

(Quellen:
Archäologische Ausflüge in der Wetterau – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 84, Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1993
Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990
Das Rätsel der Kelten vom Glauberg – Theiss Verlag Stuttgart 2002)

Dünsberg

25. April 2014

Nordwestlich von Gießen, im Gladenbacher Bergland, einem Ausläufer des Westerwaldes, erhebt sich der Dünsberg mit einer Höhe von 500m NN über das Lahntal.
Drei Ringwälle, deren äußerster eine Gesamtfläche von 90 ha umschließt und deren eindrucksvollster eine bis zu 10m hohe Außenböschung aufweist, geben Zeugnis von der Wichtigkeit dieses zentralen Punktes für die Siedlungsgeschichte.
Die Datierung der ersten Mauerkonstruktionen beginnen im 8. Jhd. v. Chr., der späten Bronzezeit über die spätkletische Zeit bis etwa in das 5. Jhd. n. Chr. als Alamannische Festung.
Die Konstruktion entwickelte sich mit dem Stand der Wehrtechnik. Geht man davon aus, dass sie in der Bronzezeit aus der üblichen Holz-Steine-Erde-Konstruktion bestand, so bezeugen Funde, dass die Wallanlage z. Z. der größten Ausdehnung, im 2./1. Jhd. v. Chr. als spätkeltisches Oppidum, aus einer Pfostenschlitzmauer Typ Kelheim bestand. Eine Rekonstruktion dieses Mauertyps mit einer entsprechenden Zangentoranlage, wie sie typisch für die Latènezeit, ist am Parkplatz ,,Dünsberg” am westlichen Bergfuß ans der L 3061 aufgebaut. Die inneren Wälle wurden durch Tangentialtore unterbrochen. Bisher ungeklärt ist die Bedeutung der Strahlenwälle, die an den Toren ansetzten und sich am Hang hinunterziehen. Diese wurden im Siebenjährigen Krieg in Geschützstände integriert.
Am äußeren Wall wurden mehrer Wasserreservoirs ausgegraben. Sie waren sorgfältig mit Wänden aus Holzpfosten und Bohlen ausgekleidet und dienten der Versorgung der stadtartigen Anlage.
Künstliche Einebnungen in großer Zahl an den Hängen und Funde in diesen Plateaus belegen, dass die Häuser der Kelten in die Hänge des Dünsberges gebaut wurden.
Die Funde ziehen sich von der Steinzeit bis in die Neuzeit. Die meisten Funde lassen die Hauptbesiedlungszeite von der Urnenfelderzeit bis zur Spätlatènezeit datieren.
Die Fundlage deutet darauf hin, dass das Oppidum am Dünsberg von den Ubiern besiedelt wurde. Die keltischen Münzen die hier geprägt wurden, zeigen das “tänzelnde Männlein”. In den 20iger Jahren v.Chr. verschwindet dieses Motiv im Bereich und taucht im Rheintal auf. Caesar erwähnt, dass zu dieser Zeit die Ubier auf die linke Rheinseite umgesiedelt wurden. Interessant ist, das das keltische Oppidum noch bestand, als sich der Stamm der Chatten bildete, etwa die Mitte des letzten Jhd. v. Chr. Das Volk, dass den Dünsberg besiedelte war ein Mischvolk zwischen Kelten und Germanen.
Die Waffenfunde am Dünsberg wurden bisher als Überreste einer kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Bewohner und Römern oder feindlichen Stämmen gedeutet. Neuere Forschungen scheinen aber zu belegen, dass diese als Trophäen die Mauern des Oppidums schmückten.
Das Oppidum wurde im letzten Jahrzehnt v. Chr. aufgegeben. Erst in Spätrömischerzeit, um 260 z.Z. des Limesfalles, besiedelten die Alamannen das Land und den Dünsberg erneut. Funde aus dem 4./5. jhd. deuten auf eine Gauburg, den Sitz eines Kleinkönigs, hin, dessen Macht wahrscheinlich mit dem Einfall der Franken um 500 sein Ende fand.

(Quellen:
Der Dünsberg bei Gießen – Archäologische Denkmäler in Hessen Bd. 60,
Landesamt f. Denkmalpflege Hessen 1986

Neue Ausgrabungen am Dünsberg – Dr. C. Nickel in Archäologie Online 2003
Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990
Nickel / Rittershofer in Hessen Archäologie 2002 – Theiss Verlag Stuttgart 2003)

Christenberg

25. April 2014

Etwa 15 km nördlich von Marburg liegt im Burgwald, dem er seinen Namen gibt, der Christenberg. Das ca. 4 Ha große Plateau ist im Osten nahezu ebenerdig an die Hochflächen angebunden und fällt auf den anderen drei Seiten steil ab. Es wurde durch einen Holz-Steine-Erde-Wall mit senkrechter Mauerfront gesichert, die sich um das gesamte Plateau zieht. Auf der leicht zugänglichen Ostseite befand sich zusätzlich ein flacher Graben. Zudem wurde etwas später ein etwa 80 bis 120 m vorgelagerter Erdwall mit Holzfront errichtet, der durch eine Lücke Zugang zur Mauer gewährte. Im Südosten der Mauer befand sich ein drei Meter breites Tor, dass mehrfach umgebaut wurde. Die Mauer wurde unterbrochen und mit einer Torgasse nach innen geführt. Die Fundlage lässt darauf schließen, dass die Toranlage zudem als Lagerhaus diente. 


Die dendrochronologische Datierung der verwendeten Hölzer datiert die Gründung der Befestigung in das Jahr 420 BC. Die Funde zeigen, dass der ,,Fürstensitz” ab dieser Zeit 200 Jahrelang dicht besiedelt war. Auf dem gesamten Plateau fanden sich Spuren von Holzbauten. Importgefäße zeigen Verbindungen nach Westdeutschland, Böhmen und nach Istrien.
Die einheimische Gebrauchskeramik hebt sich stilistisch von anderen Kulturäumen innerhalb der Keltike zu dieser Zeit ab. Weiße Winkelbänder und Kreisaugenverzierungen charakterisieren eine Sondergruppe, die Mittel-, Nordhessen und das Siegerland verbindet. Die Bronzefunde dagegen (Dreiknotenringe, Fibeln, etc) zeigen jedoch die Zugehörigkeit zum Latènekulturraum. Zudem fanden sich auf dem Plateau Eisenwaren, Glasperlen und Spinnwirtel. Im zweite vorchristlichen Jahrhundert endete die keltische Besiedelung mit einem planmäßigen Niederbrennen der Mauer.


Im Umland des Christenberges finden sich weitere vorgeschichtliche Denkmäler. Im Nordwesten, ca. 600m entfernt, befindet sich auf dem ca. 1,5 ha großen Plateau der Lützelburg eine hallstattzeitliche Befestigung. Wahrscheinlich die Vorgängerfestung des Christenbergs. 400m nordwestlich befindet sich auf dem Klutzkopf eine frühkeltische Siedlung, die von einem frühmittelalterlichen Grabhügelfeld überlagert ist.
Im Mittelalter hat Bonifatius auf dem Christenberg eine Kirche gegründet und dort getauft. Heute befindet sich eine Kirche auf dem Plateau.

 

 

(Quellen:Die Kelten in Deutschland, Rieckhoff/Biel, 427ff. – Theiss Verlag Stuttgart 2001)

Butzbach

25. April 2014

Hausberg

Der Hausberg wacht am Ostrand des Taunus mit einer Höhe von 486m NN über Butzbach und die Wetterau. Während er sich nach Norden und Nord-Osten leicht abfallend fortsetzt stürzt er von Osten bis zum Westen steil in die Tiefe.
Auf dem Hausberg liegt eine Befestigungsanlage. Diese besteht aus zwei niedrigen Ringwällen. Diese waren nach Typ Altkönig-Preist aufgebaut. Der Zugang zu den Ringwällen erfolgte im unteren Wall durch Tore im Norden und im oberen durch ein 6m breites Tangentialtor im Osten und möglicherweise im Westen. Zusätzlich wurde das Oppidum durch zwei Abschnittswälle an der flachen Hangseite des Berges. Diese waren reine Stein-Erde-Konstruktionen.
Aus älteren Quellen ist ein Wasserreservoir innerhalb der Ringwälle bekannt. Es lag möglicherweise im Norden des zweiten Walles. Es ist heute nicht mehr zu lokalisieren. Unterhalb der Befestigung treten Quellen aus dem Berg.
Die ersten Siedlungsbelege stammen aus der späten Urnenfelderzeit (Ha B 3) allerdings scheint das Oppidum erst in der Latènezeit (Lt B + C) angelegt worden zu sein. Dies belegt die Anhäufung der Keramikfunde aus dieser Epoche. Den Hausberg zeichnet eine große Menge von Mühlsteinfunden aus. Des Weiteren sind Eisengerät, Glasringfragmente, usw. auszeichnend für das Oppidum.

Brüler Berg
Wendet man sich vom Hausberg nach Südwesten so erreicht man nach ca. 1,5km den, mit 424m NN, etwas flacheren Brüler Berg. Er ragt steil über das Isseltal.
Auf seiner Kuppe befindet sich eine frühgeschichtliche Ringwallanlage. Richtung Nord-Osten wird er von einem großen, sich mit 600m Länge von Norden nach Osten ziehenden, Abschnittswall aus der Eisenzeit gesichert.

 

(Quellen: Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990)

Die Burg (Dietzhölztal-Rittershausen)

25. April 2014

In der Nähe des Drei-Länder-Ecks Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz erhebt sich am Südausläufer des Rothaargebirges mit einer Höhe von 516m NN die Burg, bzw. die Lay. Vom Norden bis zum Süd-Westen fällt er steil zum Dietzhölze ab und im Nord-Osten ist er mit dem höheren Eichholzkopf verbunden.
Drei Wälle mit vorgelagerten Spitzgräben sichern die Festung nach Süden und Osten ab, wobei der oberste Wall die Kuppe komplett umschließt. Ebenso möglicherweise der unterste Wall. Im Süd-Osten liegt das einzige Tor der Anlage, erreichbar über einen Pfad, der an einem Wasserreservoir, der sog. Hunstränk vorbeiführt. Die unteren Mauern waren als Holz-Steine-Erde-Konstruktion vom Typ Altkönig-Preist angelegt, während die oberste Mauer offensichtlich eine reine Steinkonstruktion war. Direkt hinter diesem liessen sich auch Innenbauten nachweisen.
Die Burg zeichnet sich durch eine große Fundmenge aus. Der Fundhort beinhaltet Bronzeschmuck (Hals-, Armringe, usw.), Eisenwaffen (Lanzenspitzen, -schuhe, Schwertfragmente, Hiebmesser, etc.), Eisengeräte (Schmiedehämmer, Amboss, Beile, etc.) und Keramik. Außerhalb der Anlage wurde ein Skelettgrab geborgen, das ebenfalls bronzene Beigaben enthielt. Das Fundmaterial lässt sich in die Frühlaténezeit datieren, die Keramik lässt noch eine starke Hallstättische Tradition erkennen.
Die Zerstörung der Lay erfolgte durch einen Großbrand. Dieser muss so verheerend gewesen sein, dass die Anlage nicht wieder aufgebaut wurde.

(Quellen: Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990)

Der Altkönig

25. April 2014

Mit 798 m ist der Altkönig der dritthöchste Berg des Taunus. Er beherrscht weithin sichtbar das Taunusvorland, die südliche Wetterau und die Mainebene.
Zwei Steinwälle umringen die Höhe. Der innere mit einer Länge von ca. 980m der äußere mit fast 1390m. Im Südwesten schließt sich an diesen ein Annex von rund 1 km an, der eine Quelle in die Befestigung mit einbezog. Die beiden Wälle schließen eine Fläche von ca. 15 ha, der Annex von ca 11 ha ein. Grabungen haben ergeben, dass es sich bei den Steinwällen um die Ruinen von Holz-Stein-Mauern handelt. Diese Mauer bestand aus senkrechten Pfosten an der Innen- und Außenseite, die durch waagerechte Balken verbunden wurden. Sie war ca. 4 – 6 m breit und trug eine hölzerne Brustwehr. Da die Grabungen eine der ersten an vorgeschichtlichen Befestigungswerken war, wurde dieser Mauertyp als ,,Altkönig-Preist” bezeichnet. In den äußeren Wall führten zwei Tore die im typischen Tangentialstyl ausgeführt waren. In den inneren Ring führte ein einziges Tor. Diese war eine einfache Unterbrechung der Mauer mit einem hölzernen Torhaus.
Auf Grund des Erhaltungzustandes geht man davon aus, dass die beiden Ringe zu unterschiedlichen Zeiten existierten. Es ist anzunehmen, dass Annex und äußerer Wall aus einer älteren Besiedlungsphase stammen und das Baumaterial für den inneren Ring lieferten. Auch die unterschiedliche Breite der Wälle ( Innen: 6,5 m; außen: 4m ) lässt diesen Schluss zu.
Eine Datierung der Besiedlung ist zur Zeit nur eingeschränkt möglich. Es liegen lediglich Funde vor, die 1882/83 ergraben wurden. Diese deuten darauf hin, dass die Anlage in Frühlatènezeit, ca. 400 BC, zu datieren ist. Funde der Spätlatène- und Römischen Kaiserzeit fehlen völlig. Die Befestigung hat zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr existiert. Man kann annehmen, dass es sich um einen Fürstensitz, wie ander Befestigungen der Frühlatènezeit, handelt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Bergheiligtum eingeschlossen war.
Auf Grund der Witterungsverhältnisse und der schlechten Versorgungslage auf dem Berg ist davon aus zu gehen, dass die Befestigungen des Altkönig nicht lange bestand hatten.


(Quellen:
Die Kelten in Deutschland, Rieckhoff/Biel, 410f. – Theiss Verlag Stuttgart 2001
Die Stadtmauern von Preist, Manching und Bibracte – konnten sie abbrennen?, Prof. M. Schönherr, www.net-art.de/mech, Juni 2002)