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Bad Nauheim

25. April 2014

Zu Füßen des Taunus in der Wetterau an den Ufern der Usa liegt Bad Nauheim. Heute eine Kurstadt mit internationalem Charakter. Diesen verdankt sie der Heilwirkung des Solewassers, welches in vorgeschichtlicher Zeit Reichtum und Macht bedeuteten. Im Westen Nauheims liegt der Johannisberg.
Die Besiedlung der Usaau beginn schon im Neolitikum. Erste Siedlungen sind aus der Michelsbergerkultur belegt (ca. 2200 v. Chr.)
Mit der Bronzezeit beginnt der Aufstieg des Gebietes. In einem Grab der Urnenfelderzeit (1200 – 750 v.Chr.) wurden kostbare Bronzen und Keramik gefunden. Dieses Grab gilt als eines der reichsten der mittleren Urnenfelderzeit. Aus dieser Zeit sind weitere, weniger reich ausgestattete, Gräber belegt. Der Johannisberg war in diesen Zeiten ebenfalls besiedelt.
Am Ende der Hallstattzeit und zu Beginn der Latènezeit (Ha D/LT A) beginnt die Blütezeit der Region. Sie entwickelt sich zu dem beherrschenden Salzlager Mittelhessens. Der Johannisberg wird mit einem 180m langen Wall mit vorgelagertem Graben befestigt.
In der Spätlatènezeit hat die Söderindustrie ihren Höhepunkt erreicht. Dies bezeugt die Masse der Funde aus der LT D-Zeit.
Im heutigen Stadtgebiet liegen zwei Salinen. Die Südsaline hat eine Größe von ca. 140 x 80 m. Etwas westlich von ihr liegt eine etwas ältere Salineneinheit.Auf dem Gelände der Südsaline befand sich auch eine Södersiedlung.
Die Salzgewinnung erfolgte nach folgendem Verfahren:
Die Salzsole wurde durch Lehmrinnen in größe Gradierbecken aus Lehm und Holz geleitet und dort das Salz im Warmgradierverfahren gewonnen.
( Bsp. eines Gradierofens – Quelle: Wandern-Bad-Nauheim.de)
Die so entstandenen Salzkuchen wurden dann exportiert.
Die zur Nordsaline gehörende Siedlung erstreckt sich an den Ufern der Usa. Zahlreiche Metall- und Keramikfunde zeichnen die größte spätlatènezeitliche Siedlung Hessens aus. Das Fundgut entspricht dem eines Oppidums und belegt den Reichtum dieser Siedlung. Unterstrichen wird dies durch einen, 47 Silberquinare beinhaltende, Münzschatzfund.
Ebenfalls in Bad Nauheim liegt das ,155 Gräber umfassende, größte Gräberfeld Hessens der LT D-Zeit. Bei diesen Gräbern handelt es sich um Brandbestattungen (Schüsselgräber). In den Männergräbern wurden Waffen (Lanzenspitzen, Beile, Schildbuckel von Rundschilden, Messer, etc.) Fibeln (teilweise bis zu 10 Stück) Glasperlen und Tonwirtel gefunden. Die Frauengräber waren mit Schmuck (Fibeln, Gürtelketten, Glasperlen und Glasarmreifen, Knochenanhängern, usw.) sowie Messern und Tonwirteln ausgestattet.
Typisch für die LT D1-Zeit ist die sog. Nauheimer-Fibel die nach diesem Fundort benannt wurde.
Wenige Funde deuten daraufhin, dass die Söderei noch in Germanischer Zeit, wahrscheinlich unter Römischer Herrschaft weitergeführt wurde. Allerdings verliert sie ihre regionale Bedeutung.
Im 7. Jhdt. nehmen die Franken die Salzsiederei wieder auf. Im 9. Jhdt. wird das Söderdorf Niwiheim erstmalig schriftlich erwähnt. Ab dieser Zeit wird die Salzgewinnung ausgebaut und im 18. Jhdt. das erste Solebad gegründet.


(Quellen:

Die Vorgeschichte Hessens – Theiss Verlag Stuttgart 1990
Homepage der Stadt Bad Nauheim)